Der Stahlkonzern Salzgitter Aktiengesellschaft (ISIN: DE0006202005) hat am Abend des 17. Juli vorläufige Halbjahreszahlen veröffentlicht und dabei eine deutliche Verbesserung der Ertragslage gemeldet. Der Außenumsatz lag mit 4,6 Milliarden Euro zwar leicht unter dem Vorjahreswert von 4,7 Milliarden Euro. Auf der Ergebnisseite fällt das Bild jedoch völlig anders aus. Das bereinigte EBITDA kletterte von 117 auf 459 Millionen Euro, und das Vorsteuerergebnis drehte von minus 84 Millionen Euro auf plus 258 Millionen Euro. Damit hat der MDAX-Konzern den Sprung zurück in die schwarzen Zahlen geschafft, und zwar deutlicher als es die schwache Branchenlage der vergangenen Quartale erwarten ließ.
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Woher der Ergebnissprung bei Salzgitter kommt
Ein Teil des Zuwachses stammt nicht aus dem eigenen operativen Geschäft. Denn im Ergebnis stecken 193 Millionen Euro aus der Beteiligung am Kupferkonzern Aurubis, nach 72 Millionen Euro im Vorjahr. Diese Position wird nach der At-Equity-Methode einbezogen, das Unternehmen bilanziert also seinen Anteil am Gewinn des Beteiligungsunternehmens. Anleger sollten diesen Beitrag deshalb gedanklich getrennt betrachten.
Aber auch das Kerngeschäft hat geliefert. Salzgitter nennt vor allem die Bereiche Stahlerzeugung und Handel sowie die Technologiesparte als Treiber der Verbesserung. Rechnet man den Aurubis-Beitrag heraus, bleibt operativ immer noch ein spürbarer Fortschritt gegenüber dem Vorjahr. Das ist die eigentlich interessante Botschaft dieser Meldung.
Die neue Prognose und die Rolle von HKM
Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand nun rund 10,0 Milliarden Euro Umsatz statt bisher etwa 9,5 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 725 und 825 Millionen Euro liegen, das Vorsteuerergebnis zwischen 325 und 425 Millionen Euro. Beide Spannen wurden jeweils um 100 beziehungsweise 125 Millionen Euro angehoben.
Ein wesentlicher Grund dafür ist die vollständige Übernahme der Hüttenwerke Krupp Mannesmann. Nach Abschluss des Erwerbs wird das Werk voll konsolidiert, was den Umsatz um einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag erhöhen und einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag zum Ergebnis beisteuern dürfte. Zusätzlich rechnet der Konzern mit positiven Impulsen aus den europäischen Handelsschutzmaßnahmen, die Importe aus Drittstaaten begrenzen sollen.
Der Blick nach vorn
Bemerkenswert ist die neue Steuerungslogik. Seit 2026 rechnet Salzgitter Bewertungseffekte aus einer im Oktober 2025 platzierten Umtauschanleihe heraus, kenntlich am Kürzel VX. Das schafft mehr Vergleichbarkeit, weil solche Schwankungen nichts mit dem operativen Geschäft zu tun haben. Weitere Details folgen am 11. August. Der Vorstand selbst bleibt vorsichtig und verweist auf geopolitische Unsicherheiten, rechnet aber weiterhin mit einer moderaten Verbesserung der Rahmenbedingungen.









