Der Dienstleister für Wirkstoffforschung und Medikamentenentwicklung Evotec (ISIN: DE0005664809) hat am späten Abend des 13. Oktober 2026 vorläufige Zahlen für die ersten neun Monate vorgelegt. Sowohl beim Umsatz als auch beim bereinigten Ergebnis schneidet das Unternehmen besser ab, als der Markt erwartet hatte. Gleichzeitig bestätigt der Vorstand die Prognose für das Gesamtjahr, was Klarheit für das Schlussquartal schafft. Ein genauer Blick zeigt allerdings, dass der Vorsprung nach Unternehmensangaben im Wesentlichen mit der zeitlichen Verteilung der Schätzungen zusammenhängt.
Die Zahlen von Evotec im Detail
Nach neun Monaten kommt Evotec auf einen Konzernumsatz von rund 465 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA, also das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ohne Sondereffekte, liegt bei rund minus 42,8 Millionen Euro. Beide Werte sind ungeprüft. Die vollständigen Zahlen für das dritte Quartal folgen wie geplant am 5. November 2026.
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Dass das Unternehmen selbst auf die Verteilung der Konsensschätzungen verweist, ist ein wichtiger Hinweis. Die Analysten hatten offenbar einen größeren Teil des Jahresumsatzes erst im vierten Quartal erwartet. Wenn nun mehr bereits in den ersten neun Monaten verbucht ist, sagt das zunächst wenig darüber aus, ob das Gesamtjahr besser ausfällt. Die bestätigte Prognose spricht eher dafür, dass sich die Effekte bis Dezember ausgleichen.
Was die bestätigte Prognose bedeutet
Für 2026 peilt Evotec weiterhin einen Umsatz von rund 570 bis 610 Millionen Euro an. Zu konstanten Wechselkursen wären es 595 bis 635 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA soll bei rund minus 70 bis minus 105 Millionen Euro liegen, währungsbereinigt bei minus 60 bis minus 90 Millionen Euro. Der Unterschied zeigt, dass Wechselkurse das Zahlenwerk in diesem Jahr spürbar belasten.
Rechnerisch ergibt sich für das vierte Quartal ein Umsatz von etwa 105 bis 145 Millionen Euro. Beim bereinigten EBITDA wäre ein weiterer Verlust zwischen rund 27 und 62 Millionen Euro mit der Prognose vereinbar. Je nachdem, wo der Konzern landet, fällt das Schlussquartal also sehr unterschiedlich aus. Ein Abschluss am oberen Ende würde zeigen, dass sich die ordentliche Entwicklung der ersten neun Monate fortsetzt.
Gewinnschwelle bleibt das Thema
Evotec bewegt sich innerhalb der eigenen Ziele, schreibt auf Ebene des bereinigten EBITDA aber weiterhin deutlich rote Zahlen. Anleger werden deshalb genau darauf achten, welchen Weg zur Gewinnschwelle der Vorstand für 2027 und danach skizziert. Die Vorlage der vollständigen Quartalszahlen am 5. November 2026 bietet dafür den nächsten Anlass.








