Die Beteiligungsgesellschaft Mutares (ISIN: DE000A2NB650) hat heute einen ausführlichen Einblick in ihre Tochter Nord Gas Solutions gewährt. NGS ist aus dem Gasgeschäft des finnischen Konzerns Wärtsilä hervorgegangen und liefert Technik zum Umschlagen, Verflüssigen und Wiederverdampfen von Gasen, vor allem für Werften, Gasproduzenten und Betreiber von Energieinfrastruktur. Das Unternehmen meldet einen Rekord-Auftragsbestand von 880 Millionen Euro und rechnet für 2026 mit mehr als 575 Millionen Euro Umsatz. Zugleich prüft Mutares mit Finanzberatern, wie sich die Beteiligung verwerten lässt, darunter ein möglicher Börsengang in Nordeuropa.
Wie NGS unter Mutares gewachsen ist
In den ersten neun Monaten 2026 setzte NGS rund 459 Millionen Euro um, nach 283 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA, also das operative Ergebnis vor Abschreibungen ohne Sondereffekte, stieg von 20 auf 43 Millionen Euro. Zum Stichtag 30. September verfügte die Tochter über liquide Mittel von 194 Millionen Euro und hatte keine Finanzschulden.
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Getragen wird das Wachstum nach Darstellung des Managements von drei Trends. Der Energiebedarf steigt, unter anderem durch Rechenzentren für künstliche Intelligenz. Geopolitische Spannungen erhöhen den Wert einer sicheren und breit aufgestellten Gasversorgung. Außerdem verlangt die Energiewende nach Lösungen mit geringeren Emissionen. Zu den jüngsten Aufträgen zählen Systeme für acht Flüssiggastanker des Reeders BW LPG sowie Technik für schwimmende Anlagen, die verflüssigtes Erdgas wieder in Gasform bringen.
Auftragsbuch deckt 2027 weitgehend ab
Für 2026 erwartet NGS ein bereinigtes EBITDA von rund 50 Millionen Euro, was einer Marge von knapp neun Prozent entspräche. Für 2027 strebt das Management ein zweistelliges prozentuales Umsatzwachstum und eine zweistellige bereinigte EBITDA-Marge an. Nach Unternehmensangaben sind rund 92 Prozent des für 2027 geplanten Umsatzes bereits durch feste Aufträge gedeckt. Hinzu kommt eine Pipeline möglicher Projekte im Umfang von 1,8 Milliarden Euro.
Mittelfristig peilt NGS mehr als 800 Millionen Euro Umsatz und über 100 Millionen Euro bereinigtes EBITDA an. Ein wichtiger Hebel soll das Servicegeschäft sein. Mit weltweit mehr als 1.600 installierten Systemen ergibt sich Potenzial für wiederkehrende Umsätze aus Wartung, Ersatzteilen und Nachrüstungen.
Was ein Exit für Mutares bedeuten würde
Das Geschäftsmodell von Mutares lebt davon, Unternehmen in Umbruchsituationen zu kaufen, neu aufzustellen und später mit Gewinn zu verkaufen. Ein erfolgreicher Börsengang von NGS könnte deshalb einen spürbaren Beitrag leisten, zumal Mutares im Fall einer Notierung bedeutender Aktionär bleiben will. Entschieden ist allerdings noch nichts, ob und wann eine Transaktion stattfindet, ist offen. Viel hängt auch davon ab, wie aufnahmebereit der Kapitalmarkt in den kommenden Monaten für Neuemissionen ist.








