Vorstandschef Jörg Leinenbach hat für die kommenden Jahre eine klare Marschrichtung ausgegeben. Ab 2028, so der CEO, werde die IBU-tec advanced materials AG (ISIN: DE000A0XYHT5) über die größte Produktionskapazität für LFP-Batteriematerial in ganz Europa verfügen. Der jüngste Halbjahresbericht untermauert diese Aussage mit konkreten Fortschritten. Die Spezialisten für thermische Verfahrenstechnik haben in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 planmäßig gearbeitet und die Weichen für ein deutlich größeres Geschäft gestellt. Das laufende Geschäft läuft stabil, doch die eigentliche Musik spielt beim Ausbau der Batteriematerialproduktion. Genau dort entscheidet sich, ob aus einem soliden Mittelständler ein europäischer Schlüssellieferant wird.
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Solides Fundament im Tagesgeschäft
Zunächst zu den Zahlen aus dem laufenden Betrieb. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr leicht auf 19,7 Millionen Euro, nach 18,9 Millionen im Vorjahr. Das EBITDA blieb mit 2,0 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Die Marge von 10,2 Prozent lag dabei sogar leicht über der eigenen Zielspanne für das Gesamtjahr.
Auffällig ist die Entwicklung bei den liquiden Mitteln. Diese kletterten von knapp 1,1 Millionen Euro Mitte 2025 auf inzwischen 9,7 Millionen Euro. Der Grund liegt in Meilensteinzahlungen im zweistelligen Millionenbereich, die das Unternehmen bereits erhalten hat und die nicht direkt im Umsatz auftauchen. Weitere solcher Zahlungen erwartet der Vorstand in den kommenden Quartalen. Für das Gesamtjahr peilt IBU-tec einen Umsatz von 37 bis 39 Millionen Euro an. Diese Prognose wurde bestätigt.
Das große Projekt bei IBU-tec
Der Kern der Geschichte spielt sich am Standort in Bitterfeld-Wolfen ab. Dort entsteht die LFP-Kathodenmaterialanlage, die bis 2028 fertiggestellt sein soll. Mit einer geplanten Jahreskapazität von 15.000 Tonnen wäre sie Europas größte Anlage dieser Art. Der Bau kommt voran, denn der Sprühturm steht bereits, und sein Probebetrieb soll noch Ende des Jahres beginnen.
Der entscheidende Vorteil liegt in der Absicherung. Der Partner PowerCo hat sich ab 2028 für zehn Jahre den Zugriff auf die kompletten Kapazitäten gesichert. Damit ist die teure Investition schon vor dem Start weitgehend ausgelastet. Hinzu kommt ein neuer Großauftrag im Bereich Anodenmaterial für einen weiteren internationalen Konzern.
Chancen und offene Fragen
Die Perspektive ist beachtlich. Bis 2030 will IBU-tec seinen Konzernumsatz auf 120 bis 140 Millionen Euro steigern, wovon der Großteil aus dem Batteriegeschäft stammen soll. Das Unternehmen positioniert sich als Baustein einer europäischen Lieferkette, die weniger von Herstellern aus Asien abhängig sein soll.
Bei aller Zuversicht bleibt abzuwarten, ob der Zeitplan hält und ob sich die Nachfrage nach europäischem Batteriematerial wie erhofft entwickelt. Der Weg vom bestätigten Plan zur vollen Auslastung ist noch weit. Die bisherige Bilanz stimmt aber zuversichtlich, denn das Unternehmen liefert bislang genau das, was es angekündigt hat.








