Die Finexity AG (ISIN: DE000A40ET88) hat heute erst ihre Halbjahreszahlen vorgelegt und wenige Stunden später auf ihrem ersten Kapitalmarkttag ein ehrgeiziges Zielbild präsentiert. Das Unternehmen betreibt eine Infrastruktur für tokenisierte Wertpapiere. Gemeint sind Anlageprodukte, deren Eigentumsrechte digital in Blockchain-basierten Registern erfasst werden. Mittelfristig, also in drei bis fünf Jahren, will die Gruppe mehr als 70 Millionen Euro umsetzen und eine EBITDA-Marge von 25 bis 30 Prozent erzielen. Für 2026 rechnet das Management dagegen mit einem Umsatz von etwa 9,6 Millionen Euro und einem operativen Verlust.
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Finexity liegt im ersten Halbjahr leicht über Plan
Die vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr zeigen einen ordentlichen Start. Einbezogen ist die Effecta GmbH, deren Übernahme noch von der Finanzaufsicht BaFin genehmigt werden muss. Auf dieser Basis erzielte die Gruppe einen Umsatz von rund 3,59 Millionen Euro, etwa drei Prozent mehr als geplant. Das EBITDA, also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, lag bei minus 2,21 Millionen Euro und damit ebenfalls leicht besser als erwartet.
Der Blick in die Details zeigt allerdings eine klare Arbeitsteilung. Effecta steuerte 2,77 Millionen Euro Umsatz bei und arbeitete mit einem kleinen Plus beim EBITDA. Finexity selbst kam auf 0,82 Millionen Euro Umsatz bei einem EBITDA von minus 2,30 Millionen Euro, was das Management mit Vorleistungen für die nächste Ausbaustufe begründet. Für die Jahresprognose muss das zweite Halbjahr mit rund sechs Millionen Euro deutlich mehr liefern als das erste. Nach Unternehmensangaben werden Gebühren im Kapitalmarktgeschäft überwiegend in der zweiten Jahreshälfte abgerechnet.
Der Weg zur Gewinnschwelle führt über Lizenzen
Die Gewinnschwelle beim EBITDA will Finexity 2028 oder 2029 bei einem Umsatz von rund 20 Millionen Euro erreichen. Wachstumstreiber soll das Infrastrukturgeschäft mit der Technikplattform Nundara und dem Vertriebsdach Effecta sein. Beide zusammen sollen 70 bis 80 Prozent der mittelfristigen Erlöse liefern, Nundara allein ist mit einer EBITDA-Marge von 50 bis 55 Prozent geplant.
Entscheidend ist eine Lizenz für ein eigenes Handels- und Abwicklungssystem auf Blockchain-Basis. Den Antrag will Finexity noch 2026 einreichen, ab 2028 soll der Betrieb starten. Zuvor sollen 2027 auch Fonds und Aktien auf Nundara folgen und die Marke VolksInvest zum Onlinebroker werden.
Finexity prüft frisches Kapital
Bemerkenswert ist ein Hinweis, den das Management gleich mitliefert. Um möglicherweise höhere Ziele zu erreichen, prüft Finexity die Aufnahme zusätzlichen Wachstumskapitals als Eigen- oder Fremdkapital. Entschieden ist nach Unternehmensangaben noch nichts. Für Aktionäre ist das dennoch relevant, weil eine Kapitalerhöhung ihren Anteil verwässern könnte. Das Zielbild ist ambitioniert, denn der Umsatz soll sich gegenüber 2026 mehr als versiebenfachen. Ob das gelingt, hängt wesentlich von Genehmigungen ab, auf die Finexity keinen direkten Einfluss hat. Die angekündigten Meilensteine bieten aber eine gute Möglichkeit, den Fortschritt Schritt für Schritt zu überprüfen.









