Die Schaeffler AG (ISIN: DE000SHA0100) hat am 13. Oktober 2026 vorläufige Zahlen für die ersten neun Monate vorgelegt. Im Mittelpunkt stehen einmalige Sonderbelastungen von rund 240 Millionen Euro in der Sparte E-Mobilität, davon etwa 220 Millionen Euro im dritten Quartal. Gleichzeitig bestätigt der Vorstand um Klaus Rosenfeld die Prognose für das laufende Jahr und die Mittelfristziele für 2028. Der Konzernumsatz lag nach neun Monaten bei 17,5 Milliarden Euro und damit leicht unter dem Vorjahreswert von 17,7 Milliarden Euro. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten, also der operative Gewinn im Verhältnis zum Umsatz ohne Einmaleffekte, verbesserte sich dagegen von 4,2 auf 4,5 Prozent.
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Warum Schaeffler Anlagen abschreibt
Der Grund für die Abschreibungen liegt vor allem in China. Europäische Autohersteller haben dort ihre Projektvolumina fortlaufend reduziert. Schaeffler schreibt deshalb Produktionsanlagen ab, die nicht mehr benötigt werden, und bereinigt das Angebot bei bestimmten Thermomanagementsystemen. Das Geschäft mit Komponenten und Modulen in diesem Bereich läuft weiter. Nach Darstellung des Unternehmens verbessern die Maßnahmen die Ergebnisse der Sparte in den Folgejahren, wenn auch in moderatem Umfang.
Operativ macht die E-Mobilität Fortschritte, bleibt aber tief in den roten Zahlen. Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten auf 3,9 Milliarden Euro nach 3,7 Milliarden Euro. Die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich von minus 17,8 auf minus 14,8 Prozent, im dritten Quartal allein lag sie bei minus 13,1 Prozent. Die Gewinnschwelle bleibt das erklärte Ziel. Zugleich will Schaeffler den Anteil chinesischer Hersteller im Elektrogeschäft weiter ausbauen.
Humanoide Roboter als neues Wachstumsfeld
Erfreulicher entwickelt sich ein vergleichsweise junges Geschäft. Im Feld der humanoiden Robotik, also menschenähnlicher Maschinen, gewann Schaeffler im dritten Quartal zwei weitere Kunden aus dem Großraum China. Das Auftragsvolumen in diesem Bereich wuchs auf rund 400 Millionen Euro. Gemessen am Konzernumsatz ist das noch ein kleiner Betrag. Es spricht aber dafür, dass der Konzern in einem Zukunftsmarkt Fuß fasst.
In den übrigen Sparten fiel das Bild gemischt aus. Die Sparte für Antriebe und Fahrwerke verlor an Umsatz und Marge. Die Industriesparte Bearings & Industrial Solutions steigerte ihre Marge dagegen auf mehr als acht Prozent, nach 7,8 Prozent im Vorjahr.
Schaeffler muss beim Cashflow nachlegen
Beim Free Cashflow, also dem frei verfügbaren Mittelzufluss vor Ausgaben und Einnahmen für Übernahmen, zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Im dritten Quartal flossen 260 Millionen Euro zu, deutlich mehr als die 175 Millionen Euro des Vorjahres. Nach neun Monaten steht dennoch ein Minus von 40 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum ein Plus von 47 Millionen Euro erreicht worden war. Das Schlussquartal gewinnt damit an Gewicht. Die vollständigen Zahlen will Schaeffler am 3. November 2026 vorlegen. Bis dahin ist die bestätigte Prognose das wichtigste Signal, dass der Vorstand trotz schwieriger Automärkte keinen Anlass für Abstriche sieht.









