Der Montag brachte bei den deutschen Nebenwerten nur wenige große Unternehmensmeldungen. Am Nachmittag sorgte Fraport mit vorläufigen Quartalszahlen über den Erwartungen für Aufmerksamkeit, Logwin hatte schon vor Handelsbeginn seine Jahresziele angehoben. Mutares meldete einen Verkauf aus dem Portfolio. Bei flatexDEGIRO und der Deutschen Pfandbriefbank gaben Analystenstimmen den Ton an, mit gegensätzlichen Folgen für die Kurse.
Fraport übertrifft im dritten Quartal die Schätzungen
Fraport (ISIN: DE0005773303) hat am Montagnachmittag per Ad-hoc-Mitteilung vorläufige Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Eine solche Pflichtmeldung ist nötig, wenn eine Information den Kurs erheblich beeinflussen kann. Nach Angaben des Flughafenbetreibers erreichte das Konzern-EBITDA, also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, rund 595 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt mit etwa 574 Millionen Euro gerechnet. Das EBIT lag bei rund 407 Millionen Euro und damit knapp 5 Prozent über dem Konsens von knapp 389 Millionen Euro.
Der Vorsprung geht allerdings auf einen Sondereffekt zurück. Fraport hat seinen hälftigen Anteil an der Medical Airport Service GmbH verkauft, die Leistungen rund um Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit anbietet. Das brachte dem operativen Ergebnis rund 24 Millionen Euro. Rechnet man diesen Beitrag heraus, hätten beide Kennzahlen knapp unter den Schätzungen gelegen. An seiner Prognose für 2026 hält das Unternehmen fest. Die vollständigen Quartalszahlen folgen am 4. November.
Logwin wird für 2026 zuversichtlicher
Bereits am frühen Morgen hatte der Logistikdienstleister Logwin (ISIN: LU1618151879) seine Ziele für das laufende Jahr nach oben gesetzt. Das Unternehmen erwartet nun einen Umsatz von 1,50 bis 1,75 Milliarden Euro, zuvor waren 1,25 bis 1,50 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen auf Firmenwerte (EBITA) soll 78,5 bis 91,0 Millionen Euro erreichen, nach bisher 70,5 bis 86,0 Millionen Euro.
Als Gründe nennt Logwin höhere Transportmengen und gestiegene Frachtraten, die sich in beiden Geschäftsfeldern positiv ausgewirkt hätten. Zum Vergleich: 2025 setzte der Konzern rund 1,4 Milliarden Euro um. Weil Frachtraten stark schwanken, hängt das Ergebnis allerdings spürbar vom Marktumfeld ab.
Mutares verkauft die Beteiligung Stuart
Mutares (ISIN: DE000A2NB650) hat für seine Tochter Stuart ein bindendes Kaufangebot des Investors Quiver erhalten. Stuart betreibt in Europa eine Plattform für die Zustellung in Städten auf der sogenannten letzten Meile, also dem Weg bis zum Empfänger. Dafür vermittelt das Unternehmen Aufträge an selbstständige Kuriere. Mit rund 70 Beschäftigten erzielt Stuart einen Umsatz von etwa 50 Millionen Euro.
Mutares hatte die Firma 2023 übernommen. Der Abschluss ist für das vierte Quartal geplant, zuvor müssen noch die Arbeitnehmervertreter informiert werden. Nach Darstellung von Mutares verringert der Verkauf das Gewicht des Handelssegments im Portfolio.
flatexDEGIRO erholt sich nach Barclays-Studie
Bei flatexDEGIRO (ISIN: DE000FTG1111) setzte nach wochenlangen Verlusten eine kräftige Gegenbewegung ein. Die Aktie des Onlinebrokers war zuvor auf den tiefsten Stand seit April 2025 gefallen. Rückenwind kam von Barclays. Die britische Investmentbank senkte ihr Kursziel leicht, hielt aber an ihrer Kaufempfehlung fest. Nach ihrer Einschätzung sind die Risiken für das Wachstum in der aktuellen Bewertung mehr als berücksichtigt. Unter den europäischen Onlinebrokern ist flatexDEGIRO nun der Favorit der Analysten.
Deutsche Pfandbriefbank fällt auf ein Rekordtief
Gegen den freundlichen Trend bei Bankaktien geriet die Deutsche Pfandbriefbank (ISIN: DE0008019001) unter Druck. Die Aktie des Immobilienfinanzierers, kurz pbb, rutschte zeitweise auf ein Rekordtief und zählte zu den schwächsten Werten im SDAX. Eine neue Unternehmensmeldung lag nicht vor. Belastend wirkte eine Studie der Privatbank Metzler, die ihr Kursziel erneut senkte und bei ihrem Verkaufsvotum blieb. Der Analyst rechnet wegen der gestiegenen Zinsen mit einem höheren Vorsorgebedarf für mögliche Kreditausfälle als bisher. Damit bleibt die Lage am Markt für Gewerbeimmobilien für die pbb das bestimmende Thema.






