Die deutschen Aktienindizes haben die zurückliegende Handelswoche am Freitag, 23. Oktober 2026, mit Verlusten auf breiter Front beendet. Der DAX gab um 0,75 Prozent auf 25.182 Punkte nach und büßte damit auf Wochensicht 1,7 Prozent ein. Auch die Nebenwerte gerieten unter Druck. Der MDAX fiel um 0,7 Prozent auf 29.876 Punkte, der SDAX verlor 0,5 Prozent auf 18.107 Zähler. Am deutlichsten traf es den TecDAX mit rund 0,9 Prozent Minus auf gut 4.020 Punkte. Hier belasteten die Schwäche der US-Technologiewerte und Zweifel am schnellen Nutzen der hohen KI-Investitionen. Gegen den Trend legte Evonik (ISIN: DE000EVNK013) um 2,7 Prozent zu. Auslöser waren Berichte, wonach BASF für den Spezialchemiekonzern rund 24 Euro je Aktie bieten will. Bestätigt sind diese Angaben von den Unternehmen allerdings nicht.
Thyssenkrupp-Tochter Accelis kommt für einen Tag in den MDAX
Bei thyssenkrupp (ISIN: DE0007500001) rückt die Abspaltung des Werkstoffgeschäfts näher. Die neue Gesellschaft tk accelis soll mit Wirkung zum 27. Oktober abgespalten werden und am 28. Oktober erstmals im Prime Standard notieren. Aktionäre erhalten für je 20 thyssenkrupp-Aktien eine Accelis-Aktie. Auf diesem Weg gehen 49 Prozent an die Anteilseigner, während der Mutterkonzern 51 Prozent behält.
Am 23. Oktober legte der Indexanbieter Stoxx fest, dass Accelis am Tag der Erstnotiz in den MDAX kommt und ihn zum Handelsschluss wieder verlässt. Für diesen Tag umfasst der Index 51 Werte. Das Verfahren ist bei Abspaltungen üblich und soll Indexfonds einen geordneten Umgang mit den neuen Aktien ermöglichen. Spannend wird, wie der Markt das Handelsgeschäft bewertet.
HomeToGo meldet Cyberangriff auf die Tochter SECRA
Unerfreuliches meldete HomeToGo (ISIN: LU2290523658) am späten Samstag-Abend. Angreifer haben sich nach Unternehmensangaben Zugang zur Infrastruktur der Tochter SECRA Bookings verschafft. Die Firma liefert Software, mit der Vermieter ihre Buchungskanäle steuern. Betroffen sind Kundendaten und persönliche Angaben. Für andere Konzernteile gibt es laut HomeToGo bisher keine Hinweise auf einen Datenabfluss. Die Systeme wurden abgeschottet, die Datenschutzbehörde wird informiert.
Offen bleibt, wie viele Kunden betroffen sind. Auch die finanziellen Folgen lassen sich laut HomeToGo noch nicht verlässlich beziffern. Für eine Plattform, die vom Vertrauen der Vermieter und Gäste lebt, wird die weitere Aufklärung daher wichtig sein.
Mutares verkauft den Lieferdienst Stuart
Die Beteiligungsgesellschaft Mutares (ISIN: DE000A2NB650) hat von Quiver ein bindendes Angebot für ihre Tochter SRT Group erhalten. Das Unternehmen organisiert unter dem Namen Stuart Lieferungen auf der letzten Meile. Stuart setzt rund 50 Millionen Euro um, beschäftigt etwa 70 Mitarbeiter und gehört seit 2023 zum Portfolio. Der Abschluss ist für das vierte Quartal geplant. Da kein Kaufpreis genannt wurde, lässt sich der Ergebnisbeitrag nicht abschätzen. Strategisch passt der Schritt zum Geschäftsmodell, Firmen zu sanieren und wieder zu verkaufen, zumal Mutares so sein Engagement im Handelssegment verringert.
Atoss Software verdient mehr, wächst aber langsamer
Größter Verlierer im TecDAX war am Freitag Atoss Software (ISIN: DE0005104400) mit einem Abschlag von rund 9 Prozent. Dabei fiel das dritte Quartal stark aus. Der Umsatz stieg auf 52,6 Millionen Euro nach 47,2 Millionen Euro im Vorjahr. Das operative Ergebnis wuchs auf 21,1 Millionen Euro, die Marge erreichte 40 Prozent. Atoss rechnet für 2026 nun mit einer Marge von etwa 37 Prozent statt mindestens 34 Prozent. Beim Umsatz peilt Atoss wegen schwacher Lizenzerlöse aber nur das untere Ende der Spanne von 210 bis 215 Millionen Euro an. Offenbar gewichteten Anleger das Wachstum höher als die Ertragskraft.
Termine am Montag, 26. Oktober
Quartalszahlen oder Hauptversammlungen deutscher Nebenwerte stehen nicht im Kalender. Um 10 Uhr veröffentlicht das ifo-Institut sein Geschäftsklima für Oktober. Es gilt als wichtiger Gradmesser für die Stimmung der Unternehmen.
Mit Unterstützung von KI erstellt.







