Der Wochenauftakt am 26. Oktober brachte den deutschen Nebenwerten eine spürbare Erholung. Der MDAX gewann 1,4 Prozent auf 30.288 Punkte, der SDAX legte 1,2 Prozent auf 18.333 Zähler zu, und der TecDAX schloss mit einem Plus von 0,9 Prozent bei 4.061 Punkten. Der DAX stieg um 0,9 Prozent auf 25.411 Punkte. Rückenwind kam vom Ifo-Geschäftsklima, das zum sechsten Mal in Folge zulegte und den höchsten Stand seit dem Frühjahr 2023 erreichte.
Dazu erholten sich Technologiewerte nach den jüngsten Verlusten. Im TecDAX lagen ATOSS Software und OHB mit Gewinnen von jeweils fast 9 Prozent vorn. Im MDAX fiel flatexDEGIRO mit einem Plus von 4,6 Prozent auf, nachdem die Aktie zuvor auf den tiefsten Stand seit April 2025 gefallen war. Die Deutsche Pfandbriefbank markierte dagegen im SDAX zeitweise ein Rekordtief. Nach Börsenschluss folgte eine Reihe wichtiger Unternehmensmeldungen.
Cancom senkt die Umsatzprognose
Beim IT-Dienstleister Cancom (ISIN: DE0005419105) hält die Kaufzurückhaltung der Kunden an. Nach vorläufigen Zahlen sank der Umsatz im dritten Quartal auf rund 412 Millionen Euro, nach knapp 424 Millionen Euro im Vorjahr. Das EBITDA, also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, ging von 27,1 auf 24,1 Millionen Euro zurück. Für 2026 erwartet der SDAX-Konzern nur noch 1,65 bis 1,75 Milliarden Euro Umsatz statt bisher 1,75 bis 1,85 Milliarden Euro.
Als Grund nennt Cancom längere Entscheidungswege und verschobene Projekte, vor allem rund um die Ausstattung von Arbeitsplätzen. Die Ziele für EBITDA und EBITA bleiben dagegen bestätigt. Die Aktie gab nachbörslich rund 4 Prozent nach. Mehr Klarheit soll der Neunmonatsbericht am 12. November bringen.
EDAG spürt die Schwäche der Autobranche
Ähnlich klingt die Botschaft der EDAG Engineering Group (ISIN: CH0303692047). Der Entwicklungsdienstleister erzielte nach neun Monaten 498,7 Millionen Euro Umsatz, nach 547,2 Millionen Euro im Vorjahr. Für das Gesamtjahr rechnet EDAG nun mit einem Umsatzrückgang von bis zu etwa 10 Prozent statt bis zu 5 Prozent. Autohersteller bauen um, vergeben weniger Projekte und entwickeln mehr selbst.
Positiv fällt das Ergebnis auf. Das bereinigte EBIT drehte von minus 4,5 auf plus 4,7 Millionen Euro, die Margenprognose von bis zu etwa 3 Prozent gilt weiter. EDAG stellt die Ertragskraft also bewusst über das Wachstum. Auf Dauer braucht es jedoch eine Belebung der Autoindustrie.
Hypoport verdient deutlich mehr
Erfreulicher fielen die vorläufigen Zahlen von Hypoport (ISIN: DE0005493365) aus. Der Betreiber von Plattformen für Immobilienfinanzierung steigerte den Rohertrag im dritten Quartal auf 70 Millionen Euro, nach 67 Millionen Euro im Vorjahr. Das EBIT kletterte sogar von 7,6 auf 10,8 Millionen Euro. Nach neun Monaten steht ein operatives Ergebnis von 30,1 Millionen Euro, rund 28 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Den größten Beitrag lieferte das Segment rund um Immobilien und Baufinanzierung. Die Finanzierungsplattformen verdienten dagegen im Quartal weniger. Die vollständigen Zahlen folgen am 9. November.
Porsche AG bestätigt die Jahresziele
Am Morgen legte die Porsche AG (ISIN: DE000PAG9113) ihre Neunmonatszahlen vor. Der Umsatz sank um 5,9 Prozent auf 25,28 Milliarden Euro, die Auslieferungen gingen um 16 Prozent zurück. Gleichzeitig stieg die operative Umsatzrendite auf 6,9 Prozent, nachdem im Vorjahr hohe Kosten für den Umbau das Ergebnis fast aufgezehrt hatten. Der Sportwagenbauer bekräftigt seine Ziele von 35 bis 36 Milliarden Euro Umsatz und 5,5 bis 7,5 Prozent Rendite.
Gesundheitswelt Chiemgau hebt die Ergebnisprognose
Am Rand des Kurszettels überraschte die Gesundheitswelt Chiemgau (ISIN: DE000A31C313). Das Unternehmen erwartet für 2026 nun ein Konzern-EBIT zwischen minus 2,0 und plus 1,5 Millionen Euro. Bisher waren minus 3,5 bis minus 6,5 Millionen Euro geplant. Neben dem starken Medizinbereich helfen allerdings auch Einmaleffekte aus aufgelösten Rückstellungen.







