Nemetschek (DE0006452907) hat mit starken Quartalszahlen überrascht und die Umsatzprognose für 2025 angehoben. Der Münchener Software-Konzern rechnet nun mit einem währungsbereinigten Wachstum von 20 bis 22 Prozent statt der bisher erwarteten 17 bis 19 Prozent. Diese Anhebung zeigt die Stärke des Geschäftsmodells.
Design-Segment treibt das Wachstum
Das zweite Quartal war außergewöhnlich stark. Der Konzernumsatz stieg um 27,4 Prozent auf 290,0 Millionen Euro, währungsbereinigt sogar um 30,5 Prozent. Haupttreiber war das Design-Segment, das von einer höheren Nachfrage nach Mehrjahresverträgen profitierte. Diese Entwicklung beschleunigt die Umstellung auf ein Subskriptionsmodell.
Das EBITDA legte überproportional um 44,0 Prozent auf 88,5 Millionen Euro zu. Die EBITDA-Marge verbesserte sich deutlich von 27,0 auf 30,5 Prozent. Diese Zahlen unterstreichen die operative Exzellenz von Nemetschek.
Nemetschek profitiert von GoCanvas-Akquisition
Auch das Build-Segment trug mit starkem organischem und anorganischem Wachstum zur positiven Entwicklung bei. Die Integration von GoCanvas zahlt sich aus und stärkt die Position im nordamerikanischen Markt. Diese strategische Akquisition war ein kluger Schachzug.
Im ersten Halbjahr erreichte der Konzernumsatz 572,8 Millionen Euro – ein Plus von 26,8 Prozent. Das EBITDA stieg auf 169,1 Millionen Euro bei einer Marge von 29,5 Prozent. Diese Zahlen zeigen die Qualität des Nemetschek-Geschäftsmodells.
Herausforderungen bleiben bestehen
Allerdings gab es auch Rückschläge. Die EBITDA-Marge wurde durch einen außerordentlichen Effekt im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich belastet. Ursache war die unerwartete Insolvenz eines Service- und Zahlungsdienstleisters. Solche Ereignisse zeigen die Risiken im digitalen Geschäft.
Trotz der starken Zahlen bleibt Nemetschek vorsichtig. Die Prognose steht unter dem Vorbehalt, dass sich die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht signifikant verschlechtern. Geopolitische Spannungen und höhere Zölle könnten das Wachstum bremsen.
Digitalisierung als Wachstumstreiber
Nemetschek profitiert von der fortschreitenden Digitalisierung der Bau- und Designbranche. Building Information Modeling (BIM) wird zum Standard, und Nemetschek ist hier Marktführer. Diese Position verschafft dem Unternehmen nachhaltige Wettbewerbsvorteile.
Die Aktie im MDAX und TecDAX bleibt für Anleger attraktiv, die auf die Digitalisierung traditioneller Branchen setzen. Mit führenden Softwarelösungen und einer starken Marktposition ist Nemetschek gut für die Zukunft aufgestellt.
Der vollständige Halbjahresbericht wird am 31. Juli veröffentlicht und dürfte weitere Details zur positiven Entwicklung liefern. Anleger können gespannt sein auf die Ausführungen des Managements zur weiteren Strategie.







