Die SGL Carbon SE (ISIN: DE0007235301) bewältigt ein schwieriges Marktumfeld mit striktem Kostenmanagement und tiefgreifenden Restrukturierungsmaßnahmen. Der Wiesbadener Spezialist für kohlenstoffbasierte Lösungen verzeichnete in den ersten neun Monaten 2025 einen Umsatzrückgang um 16,5 Prozent auf 652,9 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA sank um 14,9 Prozent auf 108,6 Millionen Euro. Bemerkenswert ist jedoch, dass die bereinigte EBITDA-Marge mit 16,6 Prozent leicht über dem Vorjahreswert von 16,3 Prozent liegt. Diese Stabilisierung der Profitabilität trotz deutlich niedrigerer Umsätze zeigt, dass die umfangreichen Restrukturierungs- und Kosteneinsparungsmaßnahmen greifen. Allerdings belasten Sondereffekte von minus 84,7 Millionen Euro das Ergebnis, sodass das EBIT bei minus 15,3 Millionen Euro landete.
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Das Segment Graphite Solutions, traditionell das Zugpferd des Konzerns, leidet massiv unter der anhaltenden Nachfrageschwäche in der Halbleiterindustrie. Der Umsatz mit Kunden aus dem Bereich Halbleiter & LED brach im Neunmonatsvergleich um 39,3 Prozent auf 118,8 Millionen Euro ein. Insgesamt sank der Segmentumsatz um 21 Prozent auf 325,7 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA halbierte sich nahezu von 104,3 auf 58,2 Millionen Euro, während die Marge von 25,3 auf 17,9 Prozent absackte. CEO Andreas Klein sieht zwar eine fortschreitende Reduktion der Lagerbestände bei den Kunden, doch eine schnelle Erholung der Nachfrage nach Spezialgraphitprodukten für Siliziumkarbid-Anwendungen ist nicht in Sicht. Diese Entwicklung trifft SGL Carbon besonders hart, da das Halbleitergeschäft traditionell hohe Margen abwirft. Der Wegfall dieser profitablen Umsätze lässt sich selbst durch rigoroses Kostenmanagement nicht vollständig kompensieren. Die Abhängigkeit von einem einzigen Industriezweig erweist sich in diesem Abschwung als strukturelle Schwäche. Allerdings verfügt das Unternehmen über eine starke Marktposition bei Spezialgraphit, sodass bei einer Markterholung schnell wieder höhere Umsätze möglich sein dürften. Nach Jahren operativer Verluste markiert der Geschäftsbereich Carbon Fibers einen Wendepunkt. Nach rund sieben Monaten intensiver Restrukturierung erwirtschaftet das Segment wieder ein positives bereinigtes EBITDA von 9,5 Millionen Euro. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass 5,6 Millionen Euro aus dem Joint Venture BSCCB stammen. Ohne diesen Beitrag liegt das bereinigte EBITDA bei 4,0 Millionen Euro nach minus 19,6 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz sank zwar um 20 Prozent auf 125,7 Millionen Euro, doch die Einstellung verlustbringender Geschäftsaktivitäten ermöglichte Kosteneinsparungen von rund 25 Millionen Euro. Das Segment Process Technology zeigte sich erfreulich robust mit einem nur leicht rückläufigen Umsatz von 102,4 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA stieg sogar um 9,4 Prozent auf 28,0 Millionen Euro, während sich die Marge auf 27,3 Prozent verbesserte. Diese Entwicklung belegt die Stabilität des Geschäfts und das effiziente Projekt- und Kostenmanagement. Composite Solutions hingegen leidet unter der Abhängigkeit von der schwächelnden Automobilindustrie. Der Umsatz sank um 11,5 Prozent auf 84,8 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA verringerte sich um 22,4 Prozent auf 8,3 Millionen Euro. Die Nettofinanzschulden erhöhten sich leicht auf 116,5 Millionen Euro, der Verschuldungsfaktor blieb mit 0,8 aber nahezu unverändert. Positiv hervorzuheben ist der Free Cashflow, der trotz schwächerem Ergebnis und Restrukturierungszahlungen mit 12,5 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau blieb. SGL Carbon bestätigt die am 14. Juli angepasste Prognose und erwartet für 2025 einen Umsatz zwischen 10 und 15 Prozent unter Vorjahr sowie ein bereinigtes EBITDA zwischen 130 und 150 Millionen Euro.Halbleitergeschäft bricht dramatisch ein
Carbon Fibers kehrt in die Profitabilität zurück
Process Technology und Composite Solutions bleiben stabil







