Die Verlagsgruppe Bastei Lübbe (ISIN: DE000A1X3YY0) hat ihr Geschäftsjahr 2025/2026 mit einem gemischten Bild abgeschlossen. Auf der einen Seite legte der Umsatz erneut zu, und zwar um 3,8 Prozent auf 118,4 Millionen Euro. Auf der anderen Seite ging der operative Gewinn deutlich zurück. Das sogenannte EBIT, also das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, sank von 17,1 auf 9,3 Millionen Euro. Damit fiel auch die Marge spürbar, nämlich von 15,0 auf 7,9 Prozent. Für Anleger ist das zunächst ernüchternd. Denn das Ergebnis liegt sogar leicht unter der bereits im April gesenkten Prognose. Trotzdem lohnt ein genauer Blick, weil hinter den Zahlen eine bewusste Entscheidung steckt.
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Warum die Profitabilität nachgab
Der wichtigste Grund ist der Programmmix. Bastei Lübbe brachte im vergangenen Jahr viele hochwertige und teuer produzierte Spitzentitel heraus. Solche Bücher verkaufen sich stark, kosten in der Herstellung aber mehr und drücken deshalb die Marge. Gleichzeitig blieben besonders margenstarke Bereiche hinter den Erwartungen zurück. Vor allem die Community-Marke LYX konnte den außergewöhnlichen Vorjahreserfolg rund um die Amazon-Verfilmung von Mona Kastens Roman nicht wiederholen. Das war erwartet worden, fiel jedoch stärker aus als gedacht.
Hinzu kamen bewusste Investitionen in neue Formate und Marken. Das Unternehmen startete unter anderem das physische Hörbuchformat shelfie.audio und die literarische Marke Pfaueninsel. Außerdem übernahm es einen Manga-Verlag und wagte mit LYX den Schritt in den US-Markt. Diese Ausgaben belasten heute das Ergebnis, sollen aber künftig für Wachstum sorgen.
Bastei Lübbe bleibt finanziell solide
Bei aller Zurückhaltung gibt es klare Lichtblicke. Der freie Cashflow stieg deutlich auf 9,1 Millionen Euro und liegt damit über den eigenen Erwartungen. Zudem bleibt die Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von 60,5 Prozent sehr stabil. Auch das operative Buchgeschäft läuft, etwa dank neuer Titel von Dan Brown und Ken Follett sowie der starken Kinderbuchreihe „Gregs Tagebuch“.
Vorstandschef Soheil Dastyari kündigte an, den margenschwächeren Umsatz im laufenden Jahr wieder gegen margenstärkeren zu tauschen. Finanzvorstand Mathis Gerkensmeyer verwies auf den gestärkten Handlungsspielraum. Die Dividende sinkt allerdings von 36 auf 25 Cent je Aktie, bleibt aber am oberen Ende der eigenen Ausschüttungspolitik.
Für das neue Geschäftsjahr peilt der Vorstand einen Umsatz zwischen 118 und 122 Millionen Euro an. Das EBIT soll überproportional auf 10 bis 12 Millionen Euro steigen. Ob die Marge tatsächlich wieder in Richtung zehn Prozent klettert, wird die entscheidende Frage der kommenden Quartale sein. Die ersten Bestseller des neuen Jahres deuten immerhin darauf hin, dass der Nachschub stimmt.









