Bei Biotech-Unternehmen sagt eine einzelne Zahlenreihe selten alles, doch manchmal markiert sie einen Wendepunkt. Bei der Heidelberg Pharma AG (ISIN: DE000A11QVV0) könnte der Mitte Juli vorgelegte Halbjahresbericht ein solcher Moment sein. Der Entwickler neuartiger Krebstherapien meldete für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2026 einen deutlich geringeren Verlust, höhere Erträge und eine spürbar bessere Kassenlage. Nach den einschneidenden Umbaumaßnahmen zum Jahresende 2025 wirkt das Unternehmen damit stabiler als seit langem. Entscheidend ist allerdings nicht der Rückblick, sondern die Frage, ob diese Basis für den weiteren Weg trägt.
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Die Bilanz im Überblick
Umsatzerlöse und Erträge stiegen auf 9,2 Millionen Euro, nach 5,0 Millionen Euro im Vorjahr. Getragen wurde der Zuwachs vor allem von Meilensteinzahlungen der Partner Takeda und Huadong. Gleichzeitig sanken die Betriebskosten um 32 Prozent auf 12,3 Millionen Euro. Der Nettoverlust fiel dadurch auf 3,4 Millionen Euro, nach zuvor 12,6 Millionen Euro.
Auch die Liquidität verbesserte sich merklich. Zum Stichtag lagen 24,9 Millionen Euro in der Kasse, gegenüber 15,0 Millionen Euro Ende November. Eine angepasste Lizenzvereinbarung mit zwei Finanzpartnern brachte zusätzlich 20 Millionen US-Dollar. Nach eigenen Angaben reicht die Finanzierung damit bis Mitte 2027.
Wo bei Heidelberg Pharma Fragen bleiben
Ein Teil dieser Verbesserung ist erkauft. Die Kosten sanken vor allem, weil die Forschungsabteilung stark verkleinert wurde. Die Belegschaft schrumpfte von 122 auf 42 Mitarbeitende. Das entlastet die Bilanz, verringert aber auch die Fähigkeit, mehrere Projekte parallel voranzutreiben.
Hinzu kommt ein negatives Eigenkapital von 14,2 Millionen Euro. Für ein Unternehmen in der klinischen Entwicklung ist das kein Ausnahmefall, denn Wert steckt hier in Patenten und Studiendaten, nicht in der Bilanzsumme. Dennoch bleibt die Finanzierungsreichweite bis Mitte 2027 ein Datum, das Anleger im Kalender haben sollten. Bis dahin braucht es entweder überzeugende Studiendaten, neue Partnerschaften oder frisches Kapital.
Der Blick nach vorn
Alles hängt nun am Wirkstoff pamlectabart tismanitin gegen das multiple Myelom. Die frühe Studienphase ist abgeschlossen, die empfohlene Dosis steht fest, und die nächste Phase läuft mit bislang 16 Patienten. Bis zum Jahresende soll die Rekrutierung abgeschlossen sein.
Parallel bereitet der Partner Huadong in China die weitere Entwicklung vor. Ein weiteres Programm gegen Prostatakrebs zeigte im Frühjahr vielversprechende präklinische Daten und steht für Partnerschaften bereit. Die Jahresprognose wurde bestätigt. Vorstandschef Dr. Dongzhou Jeffery Liu und der seit Mai amtierende Finanzvorstand Peter Willinger haben damit ein solides Fundament geschaffen. Der eigentliche Beweis steht jedoch noch aus, und er wird in klinischen Daten geschrieben.









