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EnviTec Biogas kämpft mit schwachem Anlagenbau

Oktober 1, 2025
in News
EnviTec Biogas kämpft mit schwachem Anlagenbau

Der Biogasspezialist EnviTec Biogas (ISIN: DE000A0MVLS8) hat im ersten Halbjahr 2025 die Erwartungen nicht erfüllt. Die Gesamtleistung sank von 181,6 Millionen auf 164,9 Millionen Euro. Das EBITDA fiel von 39,6 Millionen auf 26,3 Millionen Euro. Schuld ist vor allem der schwache Anlagenbau. Regulatorische Unsicherheiten bremsen das Geschäft. Doch es gibt auch positive Signale.

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Eigenbetrieb läuft stabil, Anlagenbau schwächelt

Die Zahlen zeigen ein gespaltenes Bild. Der Eigenbetrieb, das größte Segment, entwickelte sich robust. Der Segmentumsatz stieg auf 107,1 Millionen Euro nach 90,1 Millionen im Vorjahr. Das EBT blieb mit 20,6 Millionen Euro nahezu stabil. Hier verdient EnviTec Geld mit dem Betrieb eigener Biogasanlagen und der Produktion von Bio-LNG.

Ganz anders im Anlagenbau. Die Umsatzerlöse brachen von 64,3 Millionen auf nur noch 14,8 Millionen Euro ein. Das EBT rutschte von plus 9,9 Millionen auf minus 11,7 Millionen Euro. Grund sind Projektverschiebungen und Genehmigungsverzögerungen. Zudem belasten interne Verrechnungen das Ergebnis, weil EnviTec für den Eigenbetrieb gebaut hat.

Der Umsatz des Konzerns fiel auf 148,4 Millionen Euro nach 179,4 Millionen. Das EBT sank auf 10,2 Millionen Euro nach 28,6 Millionen. Das Ergebnis je Aktie ging von 1,57 Euro auf 0,55 Euro zurück. Auch Sondererträge aus dem Vorjahr fehlen jetzt.

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RED III sorgt für Unsicherheit

Die politische Lage belastet. Der Referentenentwurf zur Umsetzung der EU-Richtlinie RED III sieht vor, die Doppelanrechnung fortschrittlicher Biokraftstoffe zu streichen. Das würde Geschäftsmodelle massiv treffen. CEO Olaf von Lehmden kritisiert, dass positive Signale aus dem Koalitionsvertrag im Alltag verpufft seien.

Nach Protesten der Branche bleibt abzuwarten, wie der Kabinettsentwurf im Oktober aussieht. Die Unsicherheit bremst Investitionen. Von Lehmden zeigt sich mittelfristig dennoch zuversichtlich, dass der Bio-LNG-Markt in Deutschland wachsen wird.

Positiv ist die Übernahme der LIQVIS GmbH mit 18 LNG-Tankstellen. Das verlängert die Wertschöpfungskette und schafft direkte Absatzkanäle. Zudem hat EnviTec den Aus- und Umbau in Forst und Friedland mit 50 Millionen Euro Investitionsvolumen abgeschlossen.

Prognose bleibt am unteren Ende

Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand mit dem unteren Ende der Prognose. Die Gesamtleistung soll zwischen 330 und 370 Millionen Euro liegen, das EBT zwischen 25 und 35 Millionen Euro. Das bedeutet faktisch: 330 Millionen Umsatz und 25 Millionen EBT sind wahrscheinlich.

Finanzvorstand Jörg Fischer betont, das Ertragsniveau liege strukturell höher als vor den Ausnahmejahren 2022 und 2023. Im Anlagenbau sehe man spürbar positive Entwicklung bei Nachfrage und Auslastung. Der Auftragsbestand liegt bei 129,9 Millionen Euro, davon 94,3 Millionen im Ausland.

Für Anleger ist EnviTec ein Spiel auf Biogas und Bio-LNG. Die Technologie ist ausgereift, die Märkte aber abhängig von Politik. Wenn die RED III-Umsetzung glimpflich ausgeht, könnte das zweite Halbjahr besser laufen. Die Eigenkapitalquote von 44,6 Prozent bietet Stabilität. Doch kurzfristig bleibt es holprig.

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Schlagwörter: DE000A0MVLS8EnviTecFN
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