Der Bremer Windpark-Entwickler Energiekontor (ISIN: DE0005313506) hat den Windpark Würselen an den Dresdner Energieversorger SachsenEnergie veräußert. Mit 18 Megawatt Leistung ist die Anlage im Mai in Betrieb gegangen. Der Deal zeigt, wie Repowering alte Standorte fit für die Zukunft macht und gleichzeitig die Akzeptanz vor Ort verbessert.
Energiekontor macht aus alt neu
Der Windpark Würselen im Landkreis Aachen hat eine lange Geschichte. Energiekontor hatte ihn vor mehr als 20 Jahren projektiert und gebaut. Jetzt wurden die drei alten GE-Anlagen mit jeweils 1,5 Megawatt durch moderne Vestas-Turbinen ersetzt. Jede der neuen Anlagen leistet 6,0 Megawatt. Die Nabenhöhe beträgt 125 Meter, der Rotordurchmesser 150 Meter.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Park produziert nun über 41 Millionen Kilowattstunden jährlich. Das reicht rechnerisch für mehr als 12.500 Haushalte. Gleichzeitig spart die Anlage über 31.000 Tonnen CO2 pro Jahr ein. Weniger Anlagen mit mehr Leistung bedeuten auch weniger Belastung für Anwohner und Natur.
Der Standort ist symbolträchtig. Wo früher Steinkohle im Aachener Revier gefördert wurde, dreht sich heute Windkraft. Ein schönes Beispiel für Strukturwandel. Die Anlage ist mit EEG-Vergütung ausgestattet und bietet damit Planungssicherheit.
Erste Kooperation mit langfristiger Perspektive
Für Energiekontor ist der Verkauf an SachsenEnergie eine Premiere. CEO Peter Szabo spricht von einem starken Zeichen für nachhaltige Energien. Beide Partner streben weitere Kooperationen an. SachsenEnergie will bis 2040 vier Terawattstunden grüne Energie aufbauen und investiert jährlich 100 Millionen Euro in erneuerbare Energien.
Die Transaktion ist für Energiekontor die fünfte im laufenden Jahr. Insgesamt wurden bereits Projekte mit 115 Megawatt Gesamtleistung veräußert. Weitere Verkäufe stehen kurz bevor. Das Unternehmen betont die Bedeutung von Repowering für die deutschen Ausbauziele. Durch den Austausch alter Anlagen steigt die Produktion erheblich, während die Zahl der Windräder sinkt.
Blick in die Pipeline
Energiekontor betreibt derzeit 40 Wind- und Solarparks mit rund 450 Megawatt im Eigenbestand. Weitere 200 Megawatt befinden sich im Bau. Die Projektpipeline für künftiges Wachstum umfasst beachtliche 11,2 Gigawatt. Die Bilanz seit Gründung 1990 liest sich beeindruckend: Über 170 realisierte Projekte mit mehr als 1,5 Gigawatt Gesamtleistung.
Für Anleger bleibt die Frage, wie schnell sich die Pipeline in Umsatz verwandeln lässt. Der Verkauf nach Würselen läuft weiter über Energiekontor, was für wiederkehrende Erträge sorgt. Die Aktie ist im SDAX notiert und bietet Zugang zu einem wachsenden Markt. Ob die ambitionierten Pläne aufgehen, hängt stark von Genehmigungen und Flächen ab.
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