Der Bohrspezialist Daldrup & Söhne (ISIN: DE0007830572) navigiert geschickt durch schwieriges Fahrwasser. Im ersten Halbjahr 2025 sank zwar die Gesamtleistung auf 20,7 Millionen Euro, doch die Marge kletterte kräftig. Der Auftragsbestand erreichte Ende August mit 140 Millionen Euro ein Rekordniveau. Die verbesserten Rahmenbedingungen für Geothermie versprechen weiteres Wachstum.
Weniger Umsatz, mehr Ertrag
Die Zahlen erfordern einen zweiten Blick. Die Gesamtleistung fiel von 29,1 Millionen auf 20,7 Millionen Euro. Das klingt nach Rückschritt, hat aber einen simplen Grund. Im Vorjahr wurden mehrere Großprojekte abgeschlossen und abgerechnet. Das trieb die Vergleichszahlen nach oben. Solche Basiseffekte sind im Projektgeschäft normal.
Wichtiger ist die Profitabilität. Die EBIT-Marge stieg von 10,2 Prozent auf starke 12,8 Prozent. Das EBIT selbst lag mit 2,6 Millionen Euro nur leicht unter dem Vorjahreswert. Der Halbjahresüberschuss kletterte sogar um knapp sieben Prozent auf 2,1 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie erreichte 0,41 Euro und liegt damit fast auf dem Niveau des gesamten Vorjahres.
Die Eigenkapitalquote bleibt mit 68,8 Prozent komfortabel. Daldrup steht finanziell solide da und kann aus eigener Kraft wachsen. CEO Andreas Tönies betont die gestiegene Effizienz. Die Maßnahmen greifen und das Unternehmen investiert gezielt in neue Bohrgeräte.
Geothermie bekommt politischen Rückenwind
Das Marktumfeld hat sich deutlich verbessert. Die Bundesregierung schuf einen Dreiklang aus Förderinstrumenten für Geothermie. Dazu gehören die Bundesförderung effizienter Wärmenetze, das Geothermie-Beschleunigungsgesetz und eine KfW-Finanzierung mit Fündigkeitsversicherung. Das gibt Kommunen Planungssicherheit und senkt Risiken.
Auch das Sondervermögen für Infrastruktur zahlt auf Daldrup ein. Straßen- und Brückenbauprojekte brauchen Erkundungs- und Baugrundbohrungen. Die Nachfrage steigt über alle Geschäftsbereiche hinweg. Daldrup ist nicht nur in der Geothermie aktiv, sondern auch bei Rohstoffen, Wassergewinnung und Umweltservices.
Pipeline voll bis weit ins nächste Jahr
Der Auftragsbestand von 140 Millionen Euro ist ein Rekord. Ein Jahr zuvor waren es nur 31 Millionen. Rechnerisch sind die Teams bis weit in 2026 ausgelastet. Daldrup hat zuletzt zwei Großaufträge in Pullach und Olching gewonnen, beide im zweistelligen Millionenbereich. Pullach ist das größte Einzelprojekt der Firmengeschichte.
Das bewertete Marktvolumen liegt bei 325 Millionen Euro. Daldrup hat bereits zwei neue Bohrgeräte bestellt, eines läuft schon, das zweite kommt im vierten Quartal. Der Vorstand bestätigte die Prognose und hob die untere Grenze der EBIT-Marge von neun auf zehn Prozent an. Für das Gesamtjahr erwartet er eine Gesamtleistung von rund 52 Millionen Euro bei einer EBIT-Marge zwischen 10 und 12 Prozent.
Für Anleger ist Daldrup ein Spiel auf die Wärmewende. Die regulatorischen Verbesserungen sind ein Glücksfall. Ob sich das in nachhaltigem Wachstum niederschlägt, wird sich zeigen. Die Auftragslage jedenfalls stimmt optimistisch.
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