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Exasol kürzt Prognose: Warum Bestandskunden zögern

August 12, 2026
in News
Exasol kürzt Prognose: Warum Bestandskunden zögern

Es gibt Zahlen, die auf den ersten Blick nüchtern wirken, aber eine Menge über die Lage einer ganzen Branche verraten. Genau so ein Fall ist die jüngste Mitteilung der Exasol AG (ISIN: DE000A0LR9G9). Das Technologieunternehmen, das sich auf Hochleistungs-Datenbanken für anspruchsvolle Analyse-Aufgaben spezialisiert hat, musste seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr 2026 nach unten korrigieren. 

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Der Grund liegt nicht etwa in einem Nachfrageeinbruch beim Kerngeschäft, sondern vor allem darin, dass langjährige Bestandskunden mit neuen Investitionen zögern. Für Anleger ist eine solche Anpassung immer ein Signal, das genauer betrachtet werden sollte, gerade weil sich hinter den Zahlen durchaus differenzierte Entwicklungen verbergen.

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Was die Prognose bei Exasol ins Wanken brachte

Kern der Anpassung ist eine wichtige Kennzahl, der sogenannte Annual Recurring Revenue, kurz ARR. Damit sind die jährlich wiederkehrenden Erlöse gemeint, also das planbare Geschäft aus laufenden Verträgen. Bislang hatte der Vorstand hier ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet. Nun rechnet er nur noch mit einer Veränderung zwischen minus zwei und plus zwei Prozent. Auch beim Umsatz fällt der Rückblick vorsichtiger aus. Statt eines mittleren wird jetzt ein oberer einstelliger prozentualer Rückgang erwartet. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, dem EBITDA, engte das Unternehmen die Spanne auf 3,0 bis 3,5 Millionen Euro ein.

Warum aber halten sich die Bestandskunden zurück? Dafür gibt es zwei nachvollziehbare Gründe. Zum einen sind die Preise für Hardware seit Jahresbeginn deutlich gestiegen. Wer seine eigene Datenbank-Infrastruktur vor Ort ausbauen will, muss also mehr zahlen und wartet lieber ab. Zum anderen bremst die allgemein angespannte Wirtschaftslage in den Kernmärkten. Hinzu kam ein hausgemachter Faktor: Der gemeinsame Vertriebsstart mit einem strategischen Partner verzögerte sich, weil die technische Einbindung länger dauerte als geplant.

Exasol punktet beim Neugeschäft und bei der Kundenbindung

Doch es gibt auch klar positive Botschaften. So gewann das Unternehmen im ersten Halbjahr elf neue Kunden. Als Treiber nennt der Vorstand die strategische Ausrichtung auf Datensouveränität und die Unterstützung sogenannter agentischer KI. Damit sind KI-Systeme gemeint, die eigenständig große Datenmengen auswerten und dabei einen schnellen, sicheren Zugriff auf verlässliche Daten brauchen. Genau hier will Exasol seine Stärken ausspielen.

Bemerkenswert ist zudem die Entwicklung beim ARR-Churn, also bei den Vertragskündigungen. Die auf zwölf Monate gerechnete Kündigungsquote sank von 24 Prozent zum Jahresende 2025 auf zuletzt 10 Prozent. Sie hat sich damit mehr als halbiert. 

Noch deutlicher fällt der Blick auf das absolute Volumen aus. Gekündigte oder angepasste Verträge summierten sich im ersten Halbjahr auf 1,9 Millionen Euro, nach 8,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Kundenbindung hat sich also spürbar verbessert. Die wiederkehrenden Erlöse lagen mit 18,9 Millionen Euro sogar leicht über dem Vorjahr. Auch die Nettoliquidität stieg auf 21,6 Millionen Euro.

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Schlagwörter: ExasolFN
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