Der Dienstag, 3. November, brachte für die deutschen Nebenwerte eine Mischung aus Rückschlag und Übernahmefantasie. TeamViewer rückte vom bisherigen Umsatzziel ab und erlebte einen massiven Kurseinbruch. Bei Ceconomy ist der Weg für JD.com frei. Berentzen wirbt bei den Aktionären für das Angebot aus den USA. Dazu kamen Stellenabbau bei Schaeffler und eine gesenkte Umsatzprognose bei POB.
TeamViewer rechnet 2026 mit weniger Umsatz
Bei TeamViewer (ISIN: DE000A2YN900) verzögern sich Vertragsabschlüsse mit großen Kunden. Der Softwareanbieter erwartet deshalb für 2026 nun einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 1 bis 2 Prozent im Vergleich zum Pro-forma-Vorjahr. Zuvor hatte er Vorjahresniveau bis plus 3 Prozent angepeilt. Im dritten Quartal sank der Umsatz um 3,9 Prozent auf 184,5 Millionen Euro. Die wiederkehrenden Jahreserlöse gingen um 2,6 Prozent zurück. Die bereinigte Marge lag mit 42,8 Prozent knapp drei Punkte unter dem Vorjahr. Am Ziel einer Marge von rund 43 Prozent für das Gesamtjahr hält das Unternehmen fest.
Vorstandschef Oliver Steil verwies auf ausbleibende Großaufträge, unter anderem von US-Behörden, sowie auf zögerliche Kunden in Europa. Anleger trennten sich in großem Stil von der Aktie. Mit einem Minus von rund einem Viertel war sie der schwächste Wert im SDAX.
Ceconomy erfüllt alle Bedingungen für JD.com
Für Ceconomy (ISIN: DE0007257503) ist die letzte Hürde genommen. Die Muttergesellschaft von MediaMarkt und Saturn meldete per Ad-hoc-Mitteilung eine weitere Freigabe der EU-Kommission. Sie betrifft die Verordnung über drittstaatliche Subventionen. Diese Regeln sollen verhindern, dass staatlich unterstützte Käufer aus Nicht-EU-Ländern den Wettbewerb verzerren. Damit sind alle Vollzugsbedingungen des Übernahmeangebots eingetreten. Der chinesische Onlinehändler bietet 4,60 Euro je Aktie in bar. Einen Termin für den Vollzug nannte Ceconomy nicht.
Berentzen empfiehlt Angebot von Sazerac
Vorstand und Aufsichtsrat der Berentzen-Gruppe (ISIN: DE0005201602) raten den Aktionären, das Angebot des US-Spirituosenkonzerns Sazerac anzunehmen. Geboten werden 5,55 Euro je Aktie in bar. Das entspricht einem Aufschlag von 68 Prozent auf den Dreimonatsdurchschnitt vor dem 16. September 2026. Ein Gutachten von ValueTrust stuft den Preis als finanziell angemessen ein.
Die Annahmefrist läuft bis zum 20. November, die Mindestannahmequote liegt bei 50 Prozent plus einer Aktie. Nach dem Vollzug, der im vierten Quartal geplant ist, will Sazerac die Aktie von der Börse nehmen. Wer nicht annimmt, hielte dann ein kaum noch handelbares Papier.
Schaeffler baut weitere Stellen ab
Beim Auto- und Industriezulieferer Schaeffler (ISIN: DE000SHA0100) sollen in Europa weitere 3.460 Stellen wegfallen, davon 2.660 in Deutschland. Vier deutsche Standorte sollen geschlossen werden. Als Grund nennt der Konzern die Krise der europäischen Autoindustrie. Operativ lief es nach neun Monaten etwas besser. Der Umsatz blieb mit 17,48 Milliarden Euro fast stabil, das EBIT vor Sondereffekten stieg um 6,5 Prozent auf 794 Millionen Euro. Die Prognose für 2026 wurde bestätigt, die Aktie gab dennoch nach.
POB senkt das Umsatzziel
Die KI-Beteiligungsholding POB (ISIN: DE000A12UMB1), früher Performance One, hat per Ad-hoc-Mitteilung ihr Umsatzziel gesenkt. Für 2026 erwartet sie nur noch 8,5 bis 9,0 Millionen Euro statt 10,3 bis 10,8 Millionen Euro. Wegen der unsicheren Wirtschaftslage setzt die Gesellschaft stärker auf margenstarke Projekte. Beim EBITDA, dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, bleibt es bei 0,3 bis 0,6 Millionen Euro.
swissnet meldet Rekordauftrag
Die im Scale-Segment notierte swissnet Group (ISIN: CH0451123589) soll rund 600 Standorte einer deutschen Handelskette mit Glasfaser anbinden. Der Vertrag über sieben Jahre bringt nach Firmenangaben etwa 10 Millionen Euro an wiederkehrenden Entgelten. Die zugleich vorgelegten Halbjahreszahlen fielen schwach aus. Der Umsatz sank um gut 18 Prozent auf 9,26 Millionen Franken, unter dem Strich stand ein Verlust von 3,34 Millionen Franken.
Norma Group findet neuen Finanzchef
Die Norma Group (ISIN: DE000A1H8BV3) hat mit Tobias Bichler, bisher Vize-Finanzchef bei Brose, einen neuen CFO gefunden. Er soll spätestens am 1. April 2027 starten. Im dritten Quartal wuchs der Umsatz des Verbindungstechnikers um 5,2 Prozent auf 207,8 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich auf 3,7 Prozent. Die Jahresziele bestätigte das Unternehmen.






