Die zweite Reihe hatte gestern kein einheitliches Bild abgegeben. Der MDAX schloss 0,23 Prozent tiefer bei 30.425 Punkten, während der SDAX um 0,21 Prozent auf 18.412 Punkte zulegte. Der TecDAX gewann 0,54 Prozent auf 4.115 Punkte, getragen von neuer Zuversicht rund um künstliche Intelligenz nach starken Zahlen des Chipherstellers SK Hynix. Der DAX stieg um 0,44 Prozent auf 25.704 Punkte. Im MDAX lastete vor allem thyssenkrupp auf dem Index: Der Kurs wurde um den Wert der abgespaltenen Tochter TK Accelis bereinigt, von der Aktionäre je 20 Aktien ein Papier erhielten. Der Abschlag war also weitgehend rechnerisch. Im SDAX sprang OHB um gut 10 Prozent nach oben, Befesa legte nach einer angehobenen Ergebnisprognose fast 5 Prozent zu.
Salzgitter erhöht die Gewinnziele erneut
Salzgitter (ISIN: DE0006202005) verlor am Mittwoch fast 7 Prozent, bevor der Stahlkonzern am Abend per Pflichtmitteilung vorläufige Neunmonatszahlen vorlegte. Der Umsatz stieg auf 7,3 Milliarden Euro, das um Sondereffekte bereinigte Vorsteuerergebnis erreichte 353 Millionen Euro nach einem Verlust im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen nun ein bereinigtes EBITDA von 800 bis 875 Millionen Euro an, zuvor waren es 725 bis 825 Millionen Euro.
Ein genauer Blick auf die Herkunft des Gewinns lohnt sich allerdings. Allein 252 Millionen Euro des Vorsteuerergebnisses stammen aus der Beteiligung am Kupferkonzern Aurubis. Das Stahlgeschäft selbst trägt also einen kleineren Teil der Verbesserung.
Wacker Chemie verdient deutlich mehr
Wacker Chemie (ISIN: DE000WCH8881) hat im dritten Quartal ein EBITDA von 217 Millionen Euro erzielt, fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor und etwas mehr als von Analysten erwartet. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 87 Millionen Euro nach einem Verlust im Vorjahresquartal. Der Umsatz wuchs um 9 Prozent, blieb aber knapp unter den Schätzungen.
Der Konzern rechnet nun mit einem EBITDA in der oberen Hälfte seiner Zielspanne von 625 bis 750 Millionen Euro. Zudem soll die Nettoverschuldung zum Jahresende nur noch bei rund 200 Millionen Euro liegen statt bei 500 Millionen Euro. Dahinter stehen der Verkauf von Siltronic-Aktien und von Wertpapieren, die bisher der Absicherung von Pensionen dienten.
Kion wächst, doch der Mittelzufluss schrumpft
Kion (ISIN: DE000KGX8881) hat seine Prognose bereits Mitte Oktober gesenkt, die vollständigen Zahlen liefern nun die Details. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um knapp 5 Prozent auf 2,84 Milliarden Euro, die bereinigte operative Marge verbesserte sich leicht auf 7,2 Prozent. Der Auftragseingang lag dagegen leicht unter Vorjahr. Wachstum liefert vor allem die Automatisierungssparte, während die Nachfrage nach Gabelstaplern schwächelt.
Kritisch fällt der freie Mittelzufluss aus, der im Quartal um mehr als die Hälfte auf 99 Millionen Euro sank. Für das Gesamtjahr stellt das Management 400 bis 500 Millionen Euro in Aussicht, was ein kräftiges Schlussquartal voraussetzt. Die angestrebte zweistellige Marge erwartet Kion erst nach 2027.
Alzchem profitiert von Verteidigung und Kreatin
Alzchem (ISIN: DE000A41YHG1) hat in den ersten neun Monaten den Umsatz um 4 Prozent auf 444 Millionen Euro gesteigert, das EBITDA wuchs um 8 Prozent auf 93 Millionen Euro. Treiber bleibt die Spezialchemie mit dem Rüstungsvorprodukt Nitroguanidin und dem Kreatin für die Ernährung. Das Basisgeschäft litt dagegen unter schwacher Nachfrage aus Landwirtschaft und Pharma. Die Jahresziele von rund 600 Millionen Euro Umsatz und 126 Millionen Euro EBITDA bestätigte das Unternehmen. Erste Umsätze aus der neuen Nitroguanidin-Anlage sind für das vierte Quartal geplant.
Termine am Donnerstag, 29. Oktober
Neben den genannten Berichten legen Aixtron, Befesa, Drägerwerk, LPKF Laser und die Baader Bank ihre Quartalszahlen vor. Bei Aixtron und Drägerwerk sind die Eckdaten bereits bekannt, im Blick stehen daher vor allem die Aussagen zum weiteren Geschäftsverlauf.
Mit Unterstützung von KI erstellt.








