Befesa (ISIN: LU1704650164) hat Ende Oktober 2026 seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr deutlich angehoben. Der Spezialist für das Recycling von Stahlstaub und Aluminiumrückständen profitiert dabei von einem Steuerprogramm aus dem US-amerikanischen Inflation Reduction Act. Der Verwaltungsrat erwartet für 2026 nun ein bereinigtes EBITDA, also ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ohne Sondereffekte, von 286 bis 296 Millionen Euro. Rund 26 Millionen Euro davon soll die neue Förderung beisteuern. Zugleich zeigt sich, dass auch das Kerngeschäft ohne diesen Zuschuss auf Kurs liegt.
So funktioniert der Zinkbonus für Befesa
Im Kern geht es um eine Produktionsgutschrift nach Abschnitt 45X des US-Steuerrechts. Sie fördert unter anderem die Verarbeitung kritischer Rohstoffe wie Zink und beträgt zehn Prozent der förderfähigen Raffinerie- und Verarbeitungskosten. Befesa stellt in seiner Zinkraffinerie in Mooresboro, North Carolina, hochreines Zink her und sieht diese Produktion als förderfähig an. Für das Geschäftsjahr 2025 hat das Unternehmen bereits einen Antrag über rund 34 Millionen Dollar bei der US-Steuerbehörde IRS eingereicht. Dieser Betrag von umgerechnet etwa 30 Millionen Euro gilt als Einmaleffekt und fließt deshalb nicht in das bereinigte Ergebnis 2026 ein.
Für 2026 rechnet Befesa mit etwa 29 Millionen Dollar oder rund 26 Millionen Euro. Diese Summe will Befesa im vierten Quartal als Senkung der Betriebskosten verbuchen. Nach eigener Einschätzung kann Befesa bis einschließlich 2033 jährlich mit 25 bis 30 Millionen Euro rechnen, ohne dafür laufend investieren zu müssen. Allerdings sinkt die Förderung ab 2031 schrittweise auf 75, dann 50 und zuletzt 25 Prozent des vollen Betrags.
Was ohne Förderung übrig bleibt
Ohne die Gutschrift grenzt Befesa die Prognose auf 260 bis 270 Millionen Euro ein, nachdem bisher 250 bis 270 Millionen Euro im Raum standen. Die untere Grenze steigt also, was auf einen soliden Geschäftsverlauf hindeutet. Mit Förderung erwartet das Unternehmen einen Gewinn je Aktie von mehr als 2,90 Euro statt über 2,20 Euro. Zudem soll die Nettoverschuldung zum Jahresende nur noch beim etwa 1,8-Fachen des EBITDA liegen, ohne Gutschrift wären es rund 2,0.
Beim Geldzufluss ändert sich 2026 allerdings nichts. Die erste Zahlung für 2025 erwartet Befesa erst im ersten Halbjahr 2027. Daher bleibt die Prognose für den operativen Cashflow bei einem einstelligen Wachstum, und die Investitionen liegen weiter bei rund 70 Millionen Euro.
Offene Fragen bei der US-Gutschrift
Gemessen am operativen Ergebnis bringt die Förderung rund zehn Prozent zusätzlich, ein spürbares Polster. Endgültig entschieden ist jedoch noch nichts. Höhe und Zeitpunkt der Gutschrift hängen von der Prüfung durch die IRS ab, eine abschließende Zusage liegt nicht vor. Außerdem steht der Anspruch unter dem Vorbehalt, dass die Fördervoraussetzungen und der rechtliche Rahmen bestehen bleiben. Damit ist der Zuschuss ein willkommener, aber zeitlich begrenzter Rückenwind, dessen Wirkung nach 2030 schrittweise nachlässt.
Erstellt mit Unterstützung von KI.








