Die Pfisterer Holding SE (ISIN: DE000PFSE253) kann eine weitere Auszeichnung vorweisen. Ihre Tochter Pfisterer Kontaktsysteme GmbH, der industrielle Kern des Konzerns, hat von der Ratingagentur EcoVadis erneut die Goldmedaille erhalten. Die Gesamtpunktzahl stieg dabei von 81 auf 85 von 100 möglichen Punkten. Damit zählt die Gesellschaft zu den besten drei Prozent ihrer Vergleichsgruppe. Für einen Zulieferer der Energienetze hat ein solches Ergebnis praktischen Wert, denn Netzbetreiber und andere Großkunden dürften bei der Auswahl ihrer Lieferanten zunehmend auf solche unabhängigen Bewertungen achten.
Was hinter dem EcoVadis-Ergebnis steckt
EcoVadis wurde 2007 gegründet und bewertet weltweit mehr als 175.000 Unternehmen anhand von 21 Kriterien. Diese verteilen sich auf die Bereiche Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung. Pfisterer konnte sich nach eigenen Angaben in allen vier Kategorien verbessern. Zusätzlich erreichte die Tochter in der gesonderten Bewertung des CO2-Managements die Stufe Advanced.
Das unabhängige Rating macht die Nachhaltigkeitsleistung für Kunden, Lieferanten und Investoren vergleichbar. Vorstandssprecher Johannes Linden sieht darin einen Beleg dafür, dass nachhaltiges Handeln und profitables Wachstum bei Pfisterer zusammengehören. Zugleich will das Management auch auf diesem Niveau weiter zulegen.
Konkrete Schritte bei Pfisterer
Hinter der besseren Note steht eine Reihe von Maßnahmen. So ist das Unternehmen zuletzt dem UN Global Compact beigetreten, einer Initiative der Vereinten Nationen für verantwortungsvolle Unternehmensführung. Außerdem engagiert es sich in Branchenverbänden wie dem ZVEI und Europacable. Eine neue Richtlinie für nachhaltige Beschaffung, ein überarbeiteter Verhaltenskodex und begleitende Schulungen sollen die Standards fester in der Lieferkette verankern. Ein weiterentwickeltes Risikomanagement soll zudem Nachhaltigkeits- und Cyberrisiken früher erkennen.
Auch beim Klimaschutz geht es voran. Eine zusätzliche Photovoltaikanlage und Wärmepumpen für die neue Hochspannungshalle tragen dazu bei, den CO2-Ausstoß zu senken. Im Jahr 2027 folgen der Ausbau der elektrischen Fahrzeugflotte und die Umstellung des Werks in Gussenstadt von Erdgas auf lokale Bio-Fernwärme.
Rating ersetzt keine Geschäftszahlen
Pfisterer entwickelt seit 1921 Lösungen zum Verbinden und Isolieren elektrischer Leiter in Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetzen. Mit 19 Standorten in 15 Ländern beliefert der Konzern Kunden in mehr als 90 Ländern. Gerade beim Ausbau der Stromnetze zählt für Abnehmer die Verlässlichkeit ihrer Lieferanten, und dazu gehört zunehmend auch die Nachhaltigkeitsbilanz. Gleichwohl bleibt ein solches Rating eine Ergänzung. Über Umsatz, Margen und Auftragseingang sagt die Medaille nichts aus. Zudem bezieht sie sich auf die Tochtergesellschaft und nicht auf den gesamten Konzern. Für die Einschätzung des Unternehmens bleiben daher die nächsten Geschäftszahlen entscheidend. Die Auszeichnung dürfte aber helfen, wenn Netzbetreiber ihre Lieferanten bei großen Ausschreibungen auswählen.
Erstellt mit Unterstützung von KI.








