Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag, 27. Oktober 2026, seine Erholung fortgesetzt. Der DAX gewann 0,7 Prozent auf 25.590,77 Punkte, der MDAX legte im gleichen Maß auf 30.495,47 Zähler zu. Der TecDAX stieg um 0,9 Prozent auf 4.092,64 Punkte, getragen von Chipwerten. Der SDAX kam mit einem Plus von 0,2 Prozent auf 18.373,06 Punkte dagegen kaum voran. Für Belastung sorgten zwei Prognosesenkungen. SUSS MicroTec kappte die Ziele für Umsatz und Marge, die Aktie lag zeitweise zweistellig im Minus und schloss deutlich schwächer. Cancom verlor 6 Prozent, weil der IT-Dienstleister wegen der anhaltenden Kaufzurückhaltung seiner Kunden weniger Umsatz erwartet.
Delivery Hero hebt die Jahresziele an
Delivery Hero (ISIN: DE000A2E4K43) hat im dritten Quartal eine Schwelle überschritten: Erstmals wickelte der Essenslieferdienst in drei Monaten mehr als eine Milliarde Bestellungen ab. Das Bestellvolumen auf den Plattformen stieg auf vergleichbarer Basis um 13,6 Prozent auf knapp 13,9 Milliarden Euro. Der Umsatz wuchs sogar um 22 Prozent auf gut 4,3 Milliarden Euro. Beide Raten liegen über dem Vorquartal. Treiber waren die schnelle Lieferung von Waren des täglichen Bedarfs und die eigenen Lager, die sogenannten Dmarts.
Der Vorstand hebt deshalb alle Jahresziele an. Das bereinigte operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) soll nun 980 Millionen bis 1,02 Milliarden Euro erreichen, der freie Mittelzufluss über 300 Millionen Euro liegen. Für die Aktionäre bleibt allerdings das Übernahmeangebot von Uber zentral. Es lautet auf 41,50 Euro je Aktie, die Annahmefrist läuft bis zum 5. November. Einen Rückschlag gab es in Taiwan, wo die Wettbewerbsbehörde den Verkauf von foodpanda Taiwan an Grab untersagt hat.
DWS sammelt so viel Geld ein wie nie
Der Vermögensverwalter DWS (ISIN: DE000DWS1007) hat im dritten Quartal netto 30,9 Milliarden Euro an neuen Kundengeldern gewonnen. Analysten hatten im Schnitt nur etwa die Hälfte erwartet. Das verwaltete Vermögen kletterte auf 1,22 Billionen Euro, der Gewinn vor Steuern auf 325 Millionen Euro. Beim Ergebnis je Aktie blieb die Tochter der Deutschen Bank mit 1,15 Euro jedoch unter den Schätzungen.
Die Jahresziele bestätigt das Management, darunter ein Plus beim Ergebnis je Aktie von 10 bis 15 Prozent. Die hohen Zuflüsse schaffen eine breitere Basis für künftige Gebühren. Offen ist, ob die Kosten mithalten: Die Aufwand-Ertrags-Relation liegt mit 58,6 Prozent noch über dem Zielkorridor von 55 bis 57 Prozent.
KAP muss die Prognose senken
Bei der Industrieholding KAP (ISIN: DE0006208408) läuft das Jahr schlechter als geplant, am späten Nachmittag des 27. Oktober senkte der Vorstand die Ziele. Der Umsatz soll nun 220 bis 240 Millionen Euro erreichen, das normalisierte EBITDA nur noch 14,5 bis 17,5 Millionen Euro statt bisher 19 bis 23 Millionen Euro. Ein Grund sind der starke israelische Schekel und der ungarische Forint. Schwerer wiegt, dass ein großer Kunde aus der Elektroautobranche kurzfristig erwartete Abrufe an einem US-Standort zurückgenommen hat, was die Auslastung deutlich drückt. Damit rückt die Abhängigkeit von einzelnen Großkunden in den Blick.
Thyssenkrupp bringt TK Accelis an die Börse
Thyssenkrupp (ISIN: DE0007500001) geht am 28. Oktober einen wichtigen Schritt beim Konzernumbau. Die Werkstoffhandelssparte TK Accelis soll an diesem Tag erstmals im Prime Standard notiert werden. Aktionäre erhalten für je 20 Thyssenkrupp-Aktien eine Accelis-Aktie ins Depot, der Mutterkonzern behält 51 Prozent. Die Sparte erzielte im Geschäftsjahr 2024/25 rund 11,4 Milliarden Euro Umsatz.
Termine am Mittwoch, 28. Oktober
Traton (ISIN: DE000TRAT0N7) legt Zahlen zum dritten Quartal vor, Analysten rechnen im Schnitt mit rund 11,6 Milliarden Euro Umsatz. Am Abend entscheidet die US-Notenbank über die Leitzinsen. Nach US-Börsenschluss folgen die Zahlen von Alphabet und Microsoft.







