Die deutschen Nebenwerte haben gestern einen schwachen Tag erlebt. Der MDAX schloss 0,4 Prozent tiefer bei 30.743 Punkten, der TecDAX verlor 0,6 Prozent auf 4.093 Punkte. Am deutlichsten traf es den SDAX, der um 1,1 Prozent auf 18.017 Punkte nachgab. Auch der DAX gab 0,4 Prozent auf 25.865 Punkte ab, weil viele Anleger vor dem Ergebnis der US-Wahlen Zurückhaltung übten. Im SDAX lastete vor allem TeamViewer (ISIN: DE000A2YN900) auf der Stimmung. Der Softwareanbieter rechnet für 2026 nun währungsbereinigt mit einem Umsatzrückgang von 1 bis 2 Prozent, weil Großkunden Abschlüsse verschieben. Die Aktie brach um mehr als ein Viertel ein. Im MDAX stach dagegen die Lufthansa (ISIN: DE0008232125) mit einem Plus von 3,9 Prozent nach soliden Quartalszahlen hervor.
Siltronic hebt den Umsatzausblick an
Der Waferhersteller Siltronic (ISIN: DE000WAF3001) liefert einen Lichtblick für die Chipbranche. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um gut 18 Prozent auf 355,4 Millionen Euro, das operative Ergebnis kletterte um fast 25 Prozent auf 81,3 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet das Management nun einen Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres von 1,35 Milliarden Euro. Bisher war ein Rückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich eingeplant. Die Spanne für die EBITDA-Marge, also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im Verhältnis zum Umsatz, liegt jetzt bei 22 bis 24 Prozent.
Als Gründe nennt Siltronic eine bessere Nachfrage und günstige Wechselkurse. Unter dem Strich steht allerdings weiter ein Verlust, der mit 55 Millionen Euro sogar größer ausfiel als ein Jahr zuvor. Hier wirken hohe Abschreibungen nach, unter anderem auf die 2024 eröffnete Fabrik in Singapur. Die operative Wende ist also erkennbar, beim Nettogewinn braucht es aber noch Geduld.
Auto1 Group steigert den Gewinn kräftig
Der Gebrauchtwagenhändler Auto1 Group (ISIN: DE000A2LQ884) hat im dritten Quartal 242.817 Fahrzeuge verkauft, gut 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz wuchs um 10 Prozent auf 2,35 Milliarden Euro. Deutlich stärker legte das bereinigte EBITDA zu, nämlich um 46 Prozent auf 75,6 Millionen Euro. Besonders dynamisch entwickelte sich die Endkundenmarke Autohero mit einem Absatzplus von 16 Prozent. Die Jahresziele, darunter ein bereinigtes EBITDA von 250 bis 275 Millionen Euro, bestätigte das Unternehmen.
Basler legt die Neunmonatszahlen vor
Beim Kamerahersteller Basler (ISIN: DE0005102008) war die gute Nachricht schon bekannt. Bereits am 29. Oktober hatte das Unternehmen die Prognose erneut angehoben und erwartet nun 295 bis 300 Millionen Euro Umsatz bei einer EBIT-Marge von 17,5 bis 19,5 Prozent. Der ausführliche Bericht unterstreicht die Stärke: Der Auftragseingang stieg in neun Monaten um 62 Prozent auf 278,6 Millionen Euro, die EBIT-Marge erreichte 22,5 Prozent nach 8,7 Prozent im Vorjahr. Da Bestellungen den Umsatz klar übertreffen, ist das Polster für die kommenden Monate gut gefüllt.
ZEAL wächst auch durch Zukäufe
Der Lotterievermittler ZEAL (ISIN: DE000ZEAL241) steigerte den Umsatz in den ersten neun Monaten um 22 Prozent auf 198,8 Millionen Euro. Ein Teil davon stammt aus dem britischen Zukauf SevenCanyon. Das EBITDA wuchs wegen einmaliger Übernahmekosten nur um 9 Prozent auf 58,7 Millionen Euro. Die Umsatzprognose liegt nun bei 270 bis 280 Millionen Euro, das EBITDA-Ziel von 70 bis 75 Millionen Euro bleibt unverändert und hängt weiter vom Jackpot-Umfeld ab.






