Die Redcare Pharmacy N.V. (ISIN: NL0012044747) hat ein starkes zweites Quartal hinter sich. Europas führende Online-Apotheke steigerte ihren Umsatz um 20 Prozent auf 853 Millionen Euro. Das Tempo zog damit im Vergleich zum Jahresauftakt sogar noch an. Doch die eigentliche Nachricht steckt an anderer Stelle. Denn das internationale Geschäft erreichte erstmals die Gewinnschwelle. Genau dieser Punkt gilt für viele wachstumsstarke Plattformen als entscheidende Bewährungsprobe. Solange ein Segment Verluste schreibt, bleibt die Frage nach der Tragfähigkeit offen. Redcare kann diese Frage nun zumindest für den internationalen Teil positiv beantworten. Das Unternehmen bestätigte zudem seine bereits angehobene Prognose für das Gesamtjahr. Insgesamt fügt sich das Quartal in eine Reihe kräftiger Zahlen ein.
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Wie Redcare beim Wachstum zulegt
Der Blick auf die Details zeigt eine breite Basis. Das rezeptfreie Geschäft wuchs um 13 Prozent. Das verschreibungspflichtige Geschäft legte sogar um 34 Prozent zu. Besonders auffällig ist die Dynamik in Deutschland. Dort stiegen die Rezeptumsätze um satte 58 Prozent. Dieser Schub hängt eng mit dem elektronischen Rezept zusammen, das den Versand von verschreibungspflichtigen Medikamenten erleichtert.
Auch die Kundenbasis wächst weiter. Sie kletterte im Quartal um eine halbe Million auf 14,7 Millionen aktive Kunden. Die Zufriedenheit blieb dabei hoch. Der durchschnittliche Warenkorb legte um vier Prozent auf 68 Euro zu. Diese Kombination aus mehr Kunden und höheren Bestellwerten ist ein gesundes Zeichen.
Profitabilität rückt bei Redcare in den Fokus
Neben dem Wachstum verbessert sich auch die Ertragslage. Das bereinigte EBITDA stieg im zweiten Quartal um 63 Prozent auf rund 30 Millionen Euro. Die zugehörige Marge kletterte von 2,6 auf 3,5 Prozent. Damit zeigt sich, dass das Unternehmen zunehmend von seiner Größe profitiert. Effizientere Marketingausgaben und Skaleneffekte senkten die Kostenquote spürbar.
Der Meilenstein bleibt jedoch das internationale Segment. Es erzielte erstmals ein positives bereinigtes EBITDA von 1,4 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal stand hier noch ein Minus. CEO Olaf Heinrich hebt diesen Fortschritt als wichtigen Schritt beim nachhaltigen Ausbau des Geschäfts hervor. Bemerkenswert ist auch eine Änderung in der Kommunikation. Redcare verzichtet künftig auf vorläufige Quartalsmitteilungen und bündelt alle Informationen an einem Termin. Diese Straffung dürfte für ruhigere Nachrichtenlagen sorgen. Die nächste reguläre Mitteilung folgt Ende Oktober.









