Die IVU Traffic Technologies AG (ISIN: DE0007448508) hat einen Auftrag gewonnen, der zeigt, wie eng Software und Verkehrswende inzwischen zusammenhängen. Die Berliner Verkehrsbetriebe haben dem Unternehmen den Zuschlag für das Betriebshofmanagement ihrer neuen Elektrobus-Standorte erteilt, wie IVU am 13. Oktober 2026 mitteilte. Die BVG ist Deutschlands größtes Nahverkehrsunternehmen und befördert mit Bussen, U-Bahnen, Straßenbahnen und Fähren jedes Jahr mehr als eine Milliarde Fahrgäste. Im Zuge der Umstellung ihrer Busflotte auf Elektroantrieb entstehen in Marienfelde und Treptow-Köpenick zwei neue Betriebshöfe. Dort soll künftig das Betriebshofmanagement der IVU.suite die Abläufe steuern.
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Was das System auf dem Betriebshof leistet
Auf einem Betriebshof laufen viele Fäden zusammen. Busse kommen von ihren Fahrten zurück, werden gewartet, abgestellt und für den nächsten Einsatz bereitgemacht. Die Lösung von IVU koordiniert diese Betriebs- und Instandhaltungsprozesse und automatisiert zentrale Schritte. Disposition, Werkstatt und Fahrpersonal greifen dabei auf eine gemeinsame Datenbasis zu und erhalten aktuelle Betriebsinformationen. Außerdem hilft das System, jedem Bus einen geeigneten Stellplatz zuzuweisen.
Bei Elektrobussen kommt eine weitere Aufgabe hinzu. Die Fahrzeuge müssen geladen werden, ohne dass der Stromanschluss des Hofes überlastet wird. Deshalb integriert die BVG ein Lade- und Lastmanagement für die gesamte Busflotte, das sich am Betriebsbedarf orientiert. Vereinfacht gesagt geht es darum, die verfügbare Leistung so zu verteilen, dass jeder Bus rechtzeitig vor seinem Einsatz ausreichend geladen ist.
IVU baut eine langjährige Kundenbeziehung aus
Für IVU ist die BVG ein bekannter Partner. Das Unternehmen verweist auf eine langjährige Zusammenarbeit, die nun auf die neuen Standorte ausgeweitet wird. Solche Folgeaufträge haben im Softwaregeschäft besonderes Gewicht. Wer bei einem großen Verkehrsbetrieb bereits fest in die IT-Landschaft eingebunden ist, hat gute Chancen, auch bei neuen Projekten zum Zug zu kommen.
Zudem dürfte der Auftrag als Referenz wirken. Zahlreiche Verkehrsunternehmen stellen ihre Busflotten auf Elektroantrieb um und stehen damit vor ähnlichen Aufgaben. Ein laufendes System bei Deutschlands größtem Nahverkehrsbetrieb ist in Gesprächen mit anderen Kunden ein gewichtiges Argument.
Finanzielle Wirkung bleibt vorerst offen
Wie viel der Auftrag zum Umsatz beiträgt, hat IVU nicht mitgeteilt. Auch zur Laufzeit und zum Zeitplan der Einführung gibt es keine Angaben. Eine Einordnung in die Geschäftszahlen ist deshalb derzeit nicht möglich. Ob und in welchem Umfang daraus wiederkehrende Erlöse etwa für Wartung entstehen, bleibt ebenfalls offen. Der Zuschlag lässt sich vor allem als strategischer Baustein verstehen, der die Position von IVU im Zukunftsfeld der elektrischen Busflotten festigt. Denn mit dem Wechsel zum Elektroantrieb steigen die Anforderungen an Planung und Steuerung im Hintergrund, und genau dort setzt die Software des Unternehmens an.









