Der Markt für private Baufinanzierungen in Deutschland hat im Laufe des Jahres 2026 an Schwung verloren. Nach einem leichten Plus zu Jahresbeginn sorgten steigende Zinsen im zweiten und dritten Quartal für einen Rückgang. Hypoport (ISIN: DE0005493365) konnte sich dieser Entwicklung weitgehend entziehen. Über die konzerneigene Kreditplattform Europace liefen in den ersten neun Monaten Immobilienkredite im Volumen von 57,3 Milliarden Euro und damit genauso viel wie im starken Vorjahreszeitraum. Möglich machten das vor allem Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die ihr Geschäft auf dem Marktplatz deutlich ausgebaut haben.
Wie Hypoport den Marktrückgang abfedert
Europace verbindet rund 800 Partner wie Banken, Bausparkassen, Versicherer und Finanzvertriebe. Über Finmas, das Gemeinschaftsunternehmen mit der Sparkassenorganisation, stieg das Volumen um 13 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro. Genopace, die Plattform des genossenschaftlichen Verbunds, legte um 7 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro zu. Bei den privaten Banken ging das vermittelte Volumen dagegen weiter zurück.
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Auch in anderen Bereichen wuchs das Geschäft. Die Beratungstochter Dr. Klein vermittelte 3 Prozent mehr private Baufinanzierungen. Die Value AG begutachtete Wohnimmobilien im Wert von 31,7 Milliarden Euro und damit 16 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Beim Bausparen sank das Volumen hingegen um 15 Prozent. Finanziert werden weiterhin vor allem Käufe von Bestandsimmobilien, wobei der Neubau von niedrigem Niveau aus am stärksten zulegte.
Wohnungswirtschaft und Versicherungen wachsen weiter
Besonders dynamisch entwickelt sich Wowi Digital, eine Plattform zur Verwaltung von Wohnungsbeständen. Innerhalb von zwölf Monaten kamen rund 190.000 Wohneinheiten hinzu, sodass nun 801.000 Einheiten unter Vertrag stehen. Weniger gut lief die Finanzierung für Wohnungsunternehmen, deren Kreditvolumen leicht sank, weil der soziale Wohnungsbau und energetische Sanierungen wenig Schwung zeigten. Auch die Unternehmensfinanzierung bei REM Capital ging etwas zurück. Ratenkredite legten dagegen um 10 Prozent auf 6,0 Milliarden Euro zu, vor allem dank neuer Partner.
Im Versicherungsbereich schreitet der Umzug von Beständen auf die Plattform Smart Insur voran. Dort sind inzwischen Verträge mit Jahresprämien von 6,0 Milliarden Euro hinterlegt, ein Plus von 17 Prozent. Die betriebliche Vorsorgeplattform ePension verwaltet 23 Prozent mehr Volumen als ein Jahr zuvor.
Was die Zahlen über Hypoport aussagen
Bei den Angaben handelt es sich um operative Kennzahlen. Die Volumina werden vor Stornierungen erfasst und lassen deshalb keinen direkten Schluss auf Umsatz oder Gewinn zu. Diese Zahlen folgen mit der Zwischenmitteilung zum dritten Quartal, die für den 9. November 2026 angekündigt ist. Dennoch zeigt der Bericht, dass das Plattformmodell von Hypoport auch in einem schwächeren Markt tragfähig bleibt. Die Abhängigkeit vom Zinsumfeld bleibt allerdings bestehen. Steigen die Bauzinsen weiter, dürfte auch der Zuwachs bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken irgendwann an Grenzen stoßen.








