Heidelberg Pharma (ISIN: DE000A11QVV0) arbeitet an einer besonderen Form der Krebstherapie. Das Unternehmen koppelt Antikörper, die Tumorzellen erkennen, an Amanitin, das Gift des Grünen Knollenblätterpilzes. Diese sogenannten Antikörper-Wirkstoff-Konjugate sollen das Zellgift gezielt in den Tumor bringen. Für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2026, die von Anfang Dezember 2025 bis Ende August 2026 reichten, legte das Unternehmen nun deutlich bessere Zahlen vor. Der Fehlbetrag schrumpfte von 21,1 auf 8,7 Millionen Euro. Ein Blick in die Bilanz zeigt allerdings, dass der finanzielle Spielraum überschaubar bleibt.
Partnergelder und Sparkurs drehen die Zahlen
Umsatz und sonstige Erträge stiegen zusammen um 79 Prozent auf 11,5 Millionen Euro. Den größten Anteil hatten Meilensteinzahlungen der Partner Takeda und Huadong Medicine, die klinische Studien gestartet hatten. Dadurch kletterten die Umsatzerlöse allein von 1,4 auf 9,3 Millionen Euro. Die sonstigen Erträge fielen dagegen auf 2,2 Millionen Euro, weil das Vorjahr von Wechselkursgewinnen geprägt war.
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Auf der Kostenseite greift der harte Sparkurs. Die betrieblichen Aufwendungen sanken um 29 Prozent auf 19,9 Millionen Euro. Vor allem die Forschungskosten gingen zurück, da sich das Unternehmen auf sein Hauptprojekt konzentriert. Ende August arbeiteten noch 35 Menschen für den Konzern, ein Jahr zuvor 126. Ohne Finanzierungseffekte flossen im Schnitt 1,3 Millionen Euro pro Monat ab, nach 2,8 Millionen Euro im Vorjahr.
Heidelberg Pharma setzt auf HDP-101 und China
Im Mittelpunkt steht HDP-101 gegen das multiple Myelom, eine Krebserkrankung des Knochenmarks. Der erste Teil der Studie endete im April. Dort erhielten 53 stark vorbehandelte Patienten den Wirkstoff, der insgesamt gut vertragen wurde. In den mittleren und höheren Dosisstufen sprachen 13 von 31 auswertbaren Patienten auf die Behandlung an. Mit der nun festgelegten Dosis läuft die nächste Studienphase in Europa und den USA.
Hinzu kommt Rückenwind aus China. Die dortige Arzneimittelbehörde genehmigte eine Kombinationsstudie, deren Kosten der Partner Huadong trägt. Außerdem wollen beide Firmen gemeinsam neue Wirkstoffe für bis zu sechs Zielstrukturen entwickeln. Für seine drei führenden Kandidaten sucht der Vorstand aktiv weitere Partner.
Negatives Eigenkapital mahnt zur Eile
Die liquiden Mittel stiegen bis Ende August auf 19,8 Millionen Euro, vor allem dank einer Vorauszahlung von 20 Millionen US-Dollar. Dafür trat Heidelberg Pharma einen Teil künftiger Lizenzeinnahmen aus einem Diagnostikum des Partners Telix ab. Weitere 25 Millionen US-Dollar fließen erst, wenn die US-Behörde FDA dieses Mittel zulässt. Das Eigenkapital lag zum Stichtag bei minus 19,3 Millionen Euro. Der Vorstand bestätigte seine Prognose und erwartet zum Jahresende Barmittel von 11 bis 15 Millionen Euro. Nach eigener Planung ist die Finanzierung bis mindestens Mitte 2027 gesichert. Die Fortschritte sind greifbar, doch das Zeitfenster ist überschaubar. Ein größerer Partnervertrag oder die FDA-Zulassung dürften darüber entscheiden, wie viel Luft das Unternehmen gewinnt.








