Am Mittwoch griffen die Anleger in Frankfurt wieder beherzter zu. Der DAX gewann 1,35 Prozent auf 25.645 Punkte und erreichte den höchsten Stand seit einem Monat. Die Nebenwerte hielten Schritt: Der MDAX legte um 0,85 Prozent auf 30.651 Punkte zu, der SDAX stieg um 1,44 Prozent auf 18.445 Punkte. Der TecDAX kletterte um 1,38 Prozent auf 4.068 Punkte. Jenoptik sprang nach einem höheren Margenziel um gut 12 Prozent nach oben. Friedrich Vorwerk führte nach der zweiten Prognoseanhebung des Jahres den SDAX an. Spät am Abend kam dann ein Paukenschlag aus dem DAX, denn der Finanzinvestor EQT will Qiagen für 46,50 Euro je Aktie übernehmen.
Renk zieht sich aus dem Zivilgeschäft zurück
Renk (ISIN: DE000RENK730) verkauft sein Gleitlagergeschäft an den österreichischen Industriekonzern Miba, wie am Morgen bekannt wurde. Der Preis liegt nach Unternehmensangaben im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbereich. Der Schritt passt zur Strategie, denn bis 2030 sollen rund 90 Prozent der Erlöse aus dem Verteidigungsgeschäft stammen.
Weil die Sparte ab dem vierten Quartal wegfällt, erwartet Renk für 2026 nur noch rund 1,4 Milliarden Euro Umsatz statt mehr als 1,5 Milliarden Euro. Beim bereinigten operativen Ergebnis (EBIT) sind es 240 bis 255 Millionen Euro. Die Senkung spiegelt vor allem den Abgang wider, spannend bleibt die Verwendung des Erlöses.
Leifheit muss die Ziele erneut senken
Für Leifheit (ISIN: DE0006464506) setzt sich das schwierige Jahr fort. Am gestrigen Abend nahm der Haushaltswarenhersteller seine Prognose zum zweiten Mal binnen weniger Monate zurück. Der Umsatz soll 2026 um einen mittleren einstelligen Prozentsatz sinken. Beim EBIT erwartet der Vorstand minus 5 bis minus 6 Millionen Euro statt einer schwarzen Null. Rund 7 Millionen Euro entfallen auf Einmalkosten für das Sparprogramm FOCUS und den vorzeitigen Abschied eines Vorstands. Bereinigt bleiben nur 1 bis 2 Millionen Euro. Spürbare Kostenvorteile erwartet Leifheit nach früheren Angaben erst ab 2028, das verlangt Geduld.
Sartorius hebt das Margenziel im Laborgeschäft
Sartorius (ISIN: DE0007165631) wuchs in den ersten neun Monaten auf 2,74 Milliarden Euro Umsatz. Ohne Währungseffekte und Ausgleichszahlungen für US-Zölle betrug das Plus 8,1 Prozent. Die bereinigte EBITDA-Marge stieg auf 30,2 Prozent, der freie Mittelzufluss um 55 Prozent.
Für die Laborsparte hebt der Vorstand das Margenziel auf leicht über 21 Prozent. Beim Wachstum peilt Sartorius im Konzern und im Bioprozessgeschäft aber nur noch die untere Hälfte der Spannen an. Zölle könnten bis zu 40 Millionen Euro Umsatz kosten.
Vossloh wächst kräftig, verdient aber weniger
Bei Vossloh (ISIN: DE0007667107) laufen Umsatz und Ertrag auseinander. Dank des Zukaufs Sateba stieg der Umsatz nach neun Monaten um knapp 20 Prozent auf 1,09 Milliarden Euro. Ohne ihn lag er rund 4 Prozent unter Vorjahr. Das EBIT fiel von 76,2 auf 56,6 Millionen Euro, belastet durch Übernahmekosten, verschobene Projekte und den Anlauf eines Werks in Schweden.
Die Jahresziele bestätigt der Bahntechnikkonzern, beim EBIT eher am unteren Ende von 100 bis 110 Millionen Euro. Für das vierte Quartal stellt das Management starke Geschäfte in Aussicht. Die auf 675 Millionen Euro gestiegene Nettofinanzschuld soll bis Jahresende deutlich sinken.
flatexDEGIRO bestätigt die Jahresziele
flatexDEGIRO (ISIN: DE000FTG1111) steigerte im dritten Quartal den Umsatz um 14 Prozent auf gut 150 Millionen Euro, der Gewinn wuchs um fast 30 Prozent. Analysten hatten im Schnitt etwas mehr erwartet. Die Kundenzahl stieg auf 3,72 Millionen Konten, und die Jahresziele bestätigte der Onlinebroker. Nach dem deutlichen Kursrückgang seit Anfang September reagierte die Aktie im nachbörslichen Handel freundlich.





