Der Montagb rachte bei den deutschen Nebenwerten eine dichte Nachrichtenlage. Der Schmierstoffhersteller Fuchs schraubt nach einem starken dritten Quartal seine Gewinnerwartung nach oben, und für Steyr Motors liegt eine Übernahmeofferte aus den USA vor. Norma Group verordnet sich eine deutlich knappere Dividende. Bei Cherry und Berentzen fielen die Zahlen nach neun Monaten dagegen schwach aus.
Fuchs hebt das Gewinnziel erneut an
Fuchs SE (ISIN: DE000A3E5D64) hat am Nachmittag vorläufige Zahlen für die ersten neun Monate vorgelegt und dabei die Prognose für 2026 angehoben. Das Unternehmen rechnet nun mit einem operativen Ergebnis (EBIT) von rund 500 Millionen Euro. Bisher hatte der Vorstand 460 bis 480 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Beim Umsatz erwartet Fuchs jetzt rund 4,1 Milliarden Euro, nachdem zuvor von deutlich über 3,7 Milliarden Euro die Rede war.
Getragen wird die Anhebung vom dritten Quartal. Das EBIT kletterte dort auf 149 Millionen Euro nach 117 Millionen Euro im Vorjahr, während Analysten im Schnitt nur rund 116 Millionen Euro erwartet hatten. Fuchs bremst jedoch die Erwartungen: Das vierte Quartal sei saisonal das schwächste, zudem dürften vorgezogene Bestellungen aus dem Frühjahr den Absatz dämpfen. Die Aktie zog nach der Meldung kurz an, der Schwung ließ im weiteren Handel aber nach.
Red Cat will Steyr Motors übernehmen
Für Steyr Motors (ISIN: AT0000A3FW25) liegt ein Übernahmeangebot auf dem Tisch. Der US-Hersteller von Drohnen und Robotiksystemen Red Cat bietet über eine Tochter 39 Euro je Aktie in bar und bewertet den Spezialmotorenbauer damit mit rund 205 Millionen Euro. Gemessen am Durchschnittskurs der vergangenen 30 Tage entspricht das einem Aufschlag von gut 27 Prozent. Das Angebot greift nur, wenn mehr als die Hälfte der Aktien angedient wird. Der Großaktionär B&C mit rund 15 Prozent hat bereits zugesagt, auch Vorstandschef Julian Cassutti will seine Papiere einreichen.
Die Aktie sprang um rund ein Fünftel nach oben, blieb aber unter dem Angebotspreis. Darin zeigt sich die Unsicherheit über den Vollzug, denn unter anderem muss das österreichische Wirtschaftsministerium zustimmen. Die Annahmefrist läuft bis zum 18. Dezember, der Abschluss ist für das erste Halbjahr 2027 geplant.
Norma Group senkt die Ausschüttungsquote
Norma Group (ISIN: DE000A1H8BV3) richtet ihre Dividendenpolitik neu aus. Ab dem Geschäftsjahr 2027 will der Hersteller von Verbindungstechnik nur noch mindestens 10 Prozent des bereinigten Konzerngewinns ausschütten, bislang lag die Zielquote bei 30 bis 35 Prozent. Der Vorstand will so Spielraum für Investitionen und mögliche Aktienrückkäufe gewinnen. Bis 2031 strebt Norma eine bereinigte EBIT-Marge von mehr als 10 Prozent an.
Wie weit der Weg dorthin ist, zeigen die vorläufigen Quartalszahlen. Im dritten Quartal kam Norma bei 207,8 Millionen Euro Umsatz auf eine bereinigte EBIT-Marge von 3,7 Prozent. Die Jahresprognose wurde bestätigt. Anleger reagierten dennoch mit Verkäufen, die Aktie gab am Vormittag spürbar nach.
Cherry erhält erneut eine Finanzzusage vom Mehrheitsaktionär
Bei Cherry (ISIN: DE000A3CRRN9) sank der Umsatz in den ersten neun Monaten auf 58,9 Millionen Euro nach 70,7 Millionen Euro im Vorjahr. Grund ist vor allem der Abbau von Lagerbeständen im Handel mit Computerzubehör. Das bereinigte EBITDA, also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, blieb mit minus 6,9 Millionen Euro negativ, fiel aber dank höherer Marge und geringerer Kosten besser aus als im Vorjahr.
Zugleich sichert sich Cherry bis Ende 2026 eine Liquiditätszusage über bis zu 5 Millionen Euro vom Mehrheitsaktionär, einer Gesellschaft des Finanzinvestors Argand Partners. Den für den 18. November geplanten Quartalsbericht verschiebt das Unternehmen, weil die Prüfung des Jahresabschlusses 2025 noch nicht abgeschlossen ist. Beides zeigt, wie angespannt die Lage bleibt.
Berentzen hält trotz Gewinneinbruch an der Prognose fest
Die Berentzen-Gruppe (ISIN: DE0005201602) meldete schwache Zahlen nach neun Monaten. Der Umsatz sank auf 107,6 Millionen Euro nach 119,4 Millionen Euro, das bereinigte EBIT schrumpfte von 5,6 auf 1,3 Millionen Euro. Der Getränkehersteller verweist auf geringere Absätze in Deutschland bei verhaltener Kauflaune. Die Jahresprognose mit einem EBIT von 3,5 bis 5,0 Millionen Euro bleibt unverändert. Um sie zu erreichen, müsste das vierte Quartal deutlich stärker ausfallen als die bisherigen.
DATA MODUL schreibt wieder schwarze Zahlen
Der Displayspezialist DATA MODUL (ISIN: DE0005498901) steigerte im dritten Quartal den Umsatz um rund 13 Prozent auf 59,1 Millionen Euro. Der Auftragseingang wuchs im gleichen Maß auf 58,5 Millionen Euro. Beim EBIT stehen 1,6 Millionen Euro zu Buche, nach einem Verlust von 2,1 Millionen Euro ein Jahr zuvor.
ad pepper mit Rekord im dritten Quartal
ad pepper media (ISIN: NL0000238145) steigerte den Konzernumsatz im dritten Quartal um rund 17 Prozent auf 18,0 Millionen Euro, organisch betrug das Plus etwa 8 Prozent. Das EBITDA erreichte mit 1,35 Millionen Euro einen Rekordwert für ein drittes Quartal. Die Jahresprognose für das EBITDA von 6,5 bis 7,5 Millionen Euro bestätigte der Vorstand und sieht das Unternehmen derzeit im oberen Bereich der Spanne.







