Zum Wochenausklang prägten vor allem zwei Abendmeldungen vom Vortag das Geschehen bei den deutschen Nebenwerten. Nordex und Aixtron hatten nach Börsenschluss starke Quartalsdaten vorgelegt, die Anleger griffen entsprechend zu. Kräftige Kursgewinne gab es zudem bei OHB und Verbio, wo Analysten den Ton setzten. Dazu kamen Neunmonatszahlen von Nordwest Handel und ein neuer Aufsichtsrat bei All for One.
Nordex hebt die Margenprognose deutlich an
Der Windturbinenhersteller Nordex (ISIN: DE000A0D6554) hat am Donnerstagabend vorläufige Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht, die weit über dem Vorjahr liegen. Der Umsatz stieg auf rund 2,19 Milliarden Euro nach 1,71 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) hat sich auf rund 278 Millionen Euro mehr als verdoppelt, die Marge kletterte von 8,0 auf 12,7 Prozent. Der freie Mittelzufluss soll bei 379 Millionen Euro liegen.
Für das Gesamtjahr erwartet Nordex nun eine EBITDA-Marge von 11,5 bis 12,5 Prozent, nachdem bisher 8,0 bis 11,0 Prozent in Aussicht gestellt waren. Als Gründe nennt das Unternehmen bessere Margen im Servicegeschäft, eine starke Projektabwicklung und Risiken, die nicht im eingeplanten Umfang eingetreten sind. Die Aktie legte im MDAX am Freitag zweistellig zu. Die vollständigen Zahlen folgen am 5. November.
Aixtron übertrifft die Erwartungen beim Auftragseingang
Auch Aixtron (ISIN: DE000A0WMPJ6) meldete sich am Donnerstag nach Handelsschluss mit vorläufigen Quartalszahlen. Der Anlagenbauer für die Chipindustrie verbuchte im dritten Quartal Bestellungen von rund 275 Millionen Euro, mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor und deutlich über den Schätzungen der Analysten. Der Umsatz stieg auf rund 184 Millionen Euro, das operative Ergebnis (EBIT) auf rund 57 Millionen Euro. Damit lag die EBIT-Marge bei etwa 31 Prozent nach 13 Prozent im Vorjahr.
An der Jahresprognose hält Aixtron fest. Die Aktie hatte am Donnerstag fast 13 Prozent verloren und holte am Freitag einen Teil davon wieder auf.
OHB profitiert von Hoffnung auf Großaufträge
Beim Raumfahrtkonzern OHB (ISIN: DE0005936124) gab es keine eigene Unternehmensmeldung, dennoch war die Aktie mit einem Plus von zeitweise rund 14 Prozent der stärkste Wert im SDAX. Rückenwind kam von einer Studie, in der das Analysehaus NuWays seine Kaufempfehlung bekräftigte. Die Analysten rechnen bei den Satellitenprogrammen IRIS² und Sentinel sowie beim Bundeswehrprojekt SATCOMBw 4 mit weiteren Aufträgen. Allein bei SATCOMBw 4 halten sie für OHB Bestellungen von 5 bis 7 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2027 für möglich. Zudem erholten sich Rüstungs- und Verteidigungswerte insgesamt.
Verbio springt nach Hochstufung
Ähnlich lag der Fall bei Verbio (ISIN: DE000A0JL9W6). Die Investmentbank Jefferies stufte den Biokraftstoffhersteller von Halten auf Kaufen hoch und hob das Kursziel an. Begründet wird dies mit Margen bei Biodiesel, die über den bisherigen Erwartungen liegen. Außerdem sei das große Investitionsprogramm nahezu abgeschlossen, sodass nun das Geldverdienen mit den Biodieselanlagen in den Vordergrund rücke. Die Aktie legte zweistellig zu.
Nordwest Handel wächst dank Stahl
Der Einkaufsverband Nordwest Handel (ISIN: DE0006775505) steigerte das Geschäftsvolumen in den ersten neun Monaten um 3,6 Prozent auf gut 3,65 Milliarden Euro. Getragen wurde das Plus vom Stahlbereich mit einem Zuwachs von 15,7 Prozent. Der Bereich Bau verlor dagegen 16 Prozent, Handwerk und Industrie sowie Haustechnik traten auf der Stelle. Das eigene Lagergeschäft ging zurück, während das Zentralregulierungs- und Streckengeschäft zulegte. Bei diesem Geschäft wickelt Nordwest die Zahlungen zwischen Lieferanten und Fachhändlern ab, ohne die Ware selbst zu lagern. Den Zwischenbericht will das Unternehmen am 12. November vorlegen.
All for One bekommt neuen Aufsichtsrat
Bei All for One (ISIN: DE0005110001) zeigt sich der Eigentümerwechsel nun auch im Kontrollgremium. Nach dem abgeschlossenen Übernahmeangebot von VINCI Energies, das 67,50 Euro je Aktie in bar vorsah, haben vier Vertreter der Anteilseigner ihre Mandate niedergelegt. Den Vorsitz des neu besetzten Gremiums übernimmt Burim Mirakaj, der bei VINCI Energies das IT-Geschäft in der Region Deutschland, Österreich, Schweiz sowie Mittel- und Osteuropa leitet. Die beiden Arbeitnehmervertreter bleiben im Amt.








