Der gestrige Wochenstart verlief an der Frankfurter Börse uneinheitlich. Der DAX gab um 1,2 Prozent auf 25.319,77 Punkte nach, belastet von den Spannungen im Nahen Osten und neuen Zweifeln an den hohen Ausgaben für Künstliche Intelligenz. Die Nebenwerte hielten sich besser. Der MDAX verlor 0,5 Prozent auf 30.513,26 Punkte, und der TecDAX schloss mit minus 0,1 Prozent knapp über 4.010 Punkten. Der SDAX rettete sogar ein kleines Plus von 0,1 Prozent.
Gefragt war erneut der Raumfahrtwert OHB mit einem Aufschlag von fast 4 Prozent. Nach den Einschränkungen des Starlink-Netzes für die Ukraine hält die Debatte um eine eigene europäische Satellitenflotte an. Fuchs hob die operative Gewinnprognose an, die Aktie legte jedoch nur leicht zu. Norma Group verlor gut 2 Prozent, da die neue Strategie eine deutlich niedrigere Dividende vorsieht. Außerhalb der Indizes sprang Steyr Motors um gut 21 Prozent nach oben. Der US-Konzern Red Cat bietet 39 Euro je Aktie.
Pentixapharm senkt die Verlustprognose
Am gestigen späten Abend meldete Pentixapharm (ISIN: DE000A40AEG0) eine bessere Ergebnisprognose für 2026. Das Biotech-Unternehmen rechnet nun mit einem Fehlbetrag von rund 13 Millionen Euro statt bisher etwa 21,6 Millionen Euro. Bei genauem Blick relativiert sich die Verbesserung allerdings. Rund 3,7 Millionen Euro gehen auf eine reine Buchungsfrage zurück. Nach Feststellungen der Finanzaufsicht BaFin entfallen planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Werte. Weitere 3 Millionen Euro entstehen, weil Kosten der Phase-3-Studie PANDA ins Jahr 2027 rutschen.
Damit verschiebt sich auch der Start der Studie. Den ersten Patienten erwartet das Unternehmen jetzt im ersten Quartal 2027 statt im zweiten Halbjahr 2026. Nach eigener Einschätzung hat das keine wesentlichen Folgen für den weiteren Zeitplan. Positiv bleibt, dass die Finanzierung laut Unternehmen weiterhin bis ins Jahr 2028 reicht.
Koenig & Bauer schließt Vergleich in Brasilien
Koenig & Bauer (ISIN: DE0007193500) hat einen alten Korruptionsfall weitgehend abgehakt. Die Schweizer Tochter für Banknotendruck schloss gestern Abend mit brasilianischen Behörden eine sogenannte Kronzeugenvereinbarung. Sie zahlt rund 11,5 Millionen Franken an die staatliche Münzanstalt Brasiliens, eine Strafzahlung wird nicht fällig. Auch ein Ausschluss von öffentlichen Aufträgen ist laut Unternehmen nicht mehr vorgesehen. Die Gewinn- und Verlustrechnung soll kaum belastet werden. Der Konzern will nämlich eine teilweise Rückerstattung von Gewinnen beantragen, die in der Schweiz eingezogen wurden. Die Prognose bleibt unberührt, und die Aktie reagierte nachbörslich kaum.
Blue Cap bestätigt trotz schwächerem Halbjahr die Ziele
Die Beteiligungsgesellschaft Blue Cap (ISIN: DE000A0JM2M1) legte heute Morgen vorläufige Halbjahreszahlen vor. Ohne die im Juni übernommene Janoschka sank der Umsatz leicht auf 62,9 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis vor Abschreibungen fiel von 2,8 auf 2,2 Millionen Euro. Höhere Preise für Kunststoffgranulat und eine zurückhaltende Nachfrage im Dienstleistungsgeschäft drückten auf die Marge. Dennoch hält der Vorstand an der Prognose fest. Sie sieht einen Umsatz von 170 bis 190 Millionen Euro und eine Marge von 7,5 bis 8,5 Prozent vor. Bei einer Halbjahresmarge von 3,5 Prozent setzt das ein deutlich stärkeres zweites Halbjahr voraus, zu dem dann auch Janoschka beiträgt.
Cantourage stellt auf IFRS um
Cantourage Group (ISIN: DE000A3DSV01) muss für 2026 erstmals einen Konzernabschluss erstellen und wechselt dafür auf internationale Bilanzregeln. Eine vorläufige Überleitung für 2025 zeigt nach Angaben des Unternehmens deutlich positive Effekte auf Ertragslage und Eigenkapital. Grund ist vor allem die andere Behandlung des Firmenwerts. Für Anleger werden die Zahlen damit besser vergleichbar. Konkrete Beträge will der Anbieter von medizinischem Cannabis Anfang November nennen.






