Die zweite Reihe hat die Oktoberbilanz mit einem deutlichen Rückschlag beendet. Am Freitag, 30. Oktober, verlor der MDAX 1,1 Prozent auf 30.451 Punkte, der SDAX gab sogar 2,0 Prozent auf 18.047 Punkte nach. Der TecDAX schloss 1,1 Prozent tiefer bei 4.105 Punkten, blieb auf Wochensicht aber im Plus. Der DAX fiel um 0,9 Prozent auf 25.818 Zähler. Auslöser war ein schwacher Ausblick von Intel, der neue Zweifel an der Nachhaltigkeit der hohen KI-Investitionen weckte und die Technologiebörse Nasdaq um fast 3 Prozent drückte. Besonders hart traf es daher die Chipwerte: Siltronic, Suss MicroTec und Elmos verloren im MDAX jeweils rund 7 Prozent. Im SDAX rutschten LPKF, PVA TePla, SGL Carbon und OHB um mehr als 7 Prozent ab. Gegen den Trend stieg Puma um 5,6 Prozent.
Stratec trennt sich von der Verlustsparte Diatron
Die wichtigste Nachricht kam erst am späten Freitagabend. Stratec (ISIN: DE000STRA555) verkauft das Hämatologie- und Klinische-Chemie-Geschäft seiner Tochter Diatron an ein indisches Investorenkonsortium. Der Festpreis liegt bei 10 Millionen Euro, dazu kommen erfolgsabhängige Zahlungen. Die Sparte dürfte 2026 nach Firmenangaben rund 20 Millionen Euro umsetzen und dabei einen bereinigten operativen Verlust von etwa 10 Millionen Euro einfahren. Bilanziell hinterlässt der Abschied Spuren. Stratec bucht im dritten Quartal Wertminderungen von 44,1 Millionen Euro, im vierten Quartal folgt ein weiterer Belastungseffekt von 4 bis 9 Millionen Euro. Beide Effekte sind allerdings nicht zahlungswirksam.
Für das verbleibende Geschäft verspricht der Vorstand nun eine bereinigte EBIT-Marge von 13 bis 15 Prozent, die bisherige Zielmarke lag bei rund 10 Prozent. Nach neun Monaten erreichte die Marge einschließlich Diatron vorläufig 8,3 Prozent. Der Umsatz soll währungsbereinigt stabil bis leicht steigen. Die Mittelfristziele zieht Stratec jedoch zurück. Anleger müssen damit bis zum Geschäftsbericht warten, um zu erfahren, wohin die Reise langfristig geht.
MAX Automation kappt die Jahresziele
Kurz nach Börsenschluss am Freitag musste MAX Automation (ISIN: DE000A2DA588) die Prognose zurücknehmen. Erwartet werden nun 300 bis 330 Millionen Euro Umsatz statt 320 bis 370 Millionen Euro. Beim EBITDA, also dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, sinkt die Spanne von 12 bis 18 auf 10 bis 14 Millionen Euro.
Als Grund nennt das Unternehmen vor allem die Tochter Vecoplan, deren Auftragseingang hinter den Erwartungen zurückbleibt. Hinzu kommen höhere Kosten für den Umbau bei Vecoplan und bei NSM + Jücker. Die Frage ist, ob die Restrukturierung 2027 schon spürbar Früchte trägt.
Steyr Motors rät zur Annahme des Red-Cat-Angebots
Bei Steyr Motors (ISIN: AT0000A3FW25) haben Vorstand und Aufsichtsrat ihre Stellungnahme zur Übernahmeofferte des Nasdaq-Konzerns Red Cat vorgelegt. Beide Gremien empfehlen einstimmig, das Barangebot von 39 Euro je Aktie anzunehmen. Das entspricht einem Aufschlag von knapp 29 Prozent auf den Schlusskurs vor Bekanntwerden der Pläne. Die Annahmefrist läuft bis 18. Dezember.
Der Ankeraktionär B&C hat zugesagt, seine knapp 15 Prozent anzudienen, auch CEO Julian Cassutti will seine Aktien einreichen. Red Cat braucht mindestens die Hälfte der Aktien plus eine. Außerdem stehen noch Genehmigungen der Investitionsprüfung in vier Ländern aus.
Termine am Montag, 2. November: Amadeus FiRe legt Zahlen vor
Der Personaldienstleister Amadeus FiRe (ISIN: DE0005093108) berichtet heute über das dritte Quartal. Nach einem Verlust im ersten Halbjahr hatte das Unternehmen im Sommer die Prognose gesenkt und für die zweite Jahreshälfte eine stabilere Entwicklung in Aussicht gestellt. Die neuen Zahlen zeigen, ob diese Erholung bereits greift.








