Eine deutliche Prognosesenkung hat den Handel bei den Nebenwerten am Montag geprägt. Der Verkehrstechnikspezialist init kappt sein Ergebnisziel, die Aktie brach ein. Zugleich holen sich Enapter und aap Implantate frisches Kapital bei ihren Aktionären. Mutares gibt Einblick in eine mögliche Verkaufsprüfung bei Efacec, Alzchem startet einen Aktienrückkauf, und 2G Energy hat einen neuen Finanzvorstand.
init senkt die EBIT-Prognose für 2026
init innovation in traffic systems (ISIN: DE0005759807) rechnet für 2026 nur noch mit einem operativen Ergebnis (EBIT) von 33 bis 37 Mio. Euro. Bisher hatte der Anbieter von Ticket- und Leitsystemen für Busse und Bahnen 38 bis 42 Mio. Euro angepeilt. Auslöser ist ein schwaches drittes Quartal. Nach vorläufigen Zahlen fiel das EBIT auf 1,6 Mio. Euro nach 8,7 Mio. Euro im Vorjahr, obwohl der Umsatz auf 91,6 Mio. Euro stieg. Nach neun Monaten steht ein EBIT von 14,0 Mio. Euro zu Buche, der Umsatz wuchs um 29 Prozent auf 292,6 Mio. Euro. Die Umsatzprognose von 380 bis 410 Mio. Euro bleibt bestehen.
Als Gründe nennt der Vorstand die Spannungen im Nahen Osten, die über den Ölpreis die Nachfrage nach kurzfristigen, margenstarken Zusatzaufträgen dämpfen dürften. Hinzu kommen Engpässe bei zugekauftem Material. Ein besonders starkes Schlussquartal wie in früheren Jahren erwartet init diesmal nicht. Auch der operative Cashflow ist nach neun Monaten auf 6,7 Mio. Euro geschrumpft, nach 33,3 Mio. Euro im Vorjahr. Für das vierte Quartal stellt das Management hier Besserung durch Anzahlungen und offene Forderungen in Aussicht. Die Aktie verlor rund ein Fünftel an Wert. Der vollständige Quartalsbericht folgt am 12. November.
Enapter sucht frisches Geld mit Absicherung
Der Elektrolyseurhersteller Enapter (ISIN: DE000A255G02) will bis zu 13,0 Mio. neue Aktien zu je 1,00 Euro ausgeben, was brutto gut 13 Mio. Euro einbrächte. Aktionäre können im Verhältnis 2:1 zeichnen, die Bezugsfrist läuft vom 4. bis 18. November. Abgesichert ist die Maßnahme durch eine Übernahmegarantie, einen sogenannten Backstop, von RS Energy Technology aus der Runshihua-Gruppe. Der Investor übernimmt nicht platzierte Aktien bis zu einem Volumen von 12 Mio. Euro, sein Anteil bleibt aber unter 25 Prozent.
Der Großteil des Erlöses soll in die Tilgung bestehender Verbindlichkeiten fließen, der Rest in das Betriebskapital. Da der Bezugspreis zum Zeitpunkt der Meldung über dem Kursniveau der Aktie lag, dürfte dem Garantiegeber eine wichtige Rolle zukommen.
aap Implantate stärkt die Bilanz
Auch aap Implantate (ISIN: DE000A3H2101) bittet die Aktionäre zur Kasse. Geplant sind bis zu 1,49 Mio. neue Aktien zu je 1,35 Euro, was rund 2,0 Mio. Euro einbringen würde. Auf 9,9 alte Aktien entfällt eine neue, gezeichnet werden kann voraussichtlich vom 6. bis 20. November. Zusätzlich sollen Darlehen von Aktionären über 1,7 Mio. Euro in Eigenkapital umgewandelt werden, was Schulden und Zinslast senken würde.
Der Spezialist für Implantate in der Unfallchirurgie bestätigte seine Ziele für 2026. Er erwartet einen Umsatz von 11,5 bis 14,5 Mio. Euro und ein EBITDA zwischen minus 1,0 und plus 1,5 Mio. Euro. Nach neun Monaten lag der Umsatz 2,8 Prozent unter Vorjahr, das EBITDA überschritt nach Unternehmensangaben aber die Gewinnschwelle. Ab 2027 strebt aap im Schnitt zweistelliges Wachstum an.
Mutares prüft Verkauf von Efacec
Mutares (ISIN: DE000A2NB650) hat am Morgen Zahlen seiner Beteiligung Efacec vorgelegt, eines Herstellers von Technik für Stromnetze und Elektromobilität. Der Auftragsbestand übersteigt 1,0 Mrd. Euro und entspricht damit etwa dem Vierfachen des Umsatzes von 2025. Für 2026 peilt Efacec 320 bis 335 Mio. Euro Umsatz und ein bereinigtes EBITDA von 45 bis 55 Mio. Euro an. Mutares prüft mit Blick auf 2027 Optionen für einen Ausstieg, eine Entscheidung ist laut Unternehmen noch nicht gefallen. Die Aktie legte deutlich zu und machte einen Teil jüngster Verluste wett.
Alzchem kauft eigene Aktien zurück
Der Spezialchemiekonzern Alzchem Group (ISIN: DE000A41YHG1) erwirbt ab dem 3. November bis zu 125.000 eigene Aktien für höchstens 20 Mio. Euro. Das Programm läuft maximal zwölf Monate. Die Papiere können als Akquisitionswährung, für Mitarbeiterprogramme oder zur Einziehung dienen.
2G Energy holt Finanzchef von Deutz
Beim Blockheizkraftwerkhersteller 2G Energy (ISIN: DE000A0HL8N9) ist seit dem 1. November Martin Laux Finanzvorstand. Er war zuletzt Finanzchef der Motorensparte von Deutz und arbeitete zuvor bei der BMW Group. Sein Vorgänger Friedrich Pehle verlässt den Vorstand auf eigenen Wunsch zum Jahresende vorzeitig und kümmert sich danach um die Investor Relations, also die Pflege der Beziehungen zu Anlegern.







