Die Nebenwerte sind mit Rückenwind in die neue Woche gestartet. Der MDAX stieg am Montag um 1,26 Prozent auf 30.855 Punkte und holte damit einen Teil der Verluste vom Freitag auf. Der SDAX gewann 0,9 Prozent auf 18.218 Punkte, der TecDAX legte gut ein halbes Prozent zu und schloss knapp über 4.110 Punkten. Der DAX kam mit einem Plus von 0,63 Prozent auf 25.981 Punkte etwas weniger weit. Sinkende Ölpreise und Berichte über diplomatische Bemühungen im Iran-Konflikt hellten die Stimmung auf, zugleich hielten die US-Zwischenwahlen viele Anleger vorsichtig. Aixtron (ISIN: DE000A0WMPJ6) gewann nach einer Kaufempfehlung fast vier Prozent. Am anderen Ende stand init innovation in traffic systems (ISIN: DE0005759807): Der Spezialist für Verkehrstechnik verlor nach einer gesenkten Gewinnprognose mehr als 20 Prozent und bremste so den SDAX.
Hugo Boss kappt das Gewinnziel
Hugo Boss (ISIN: DE000A1PHFF7) hat am späten Montagabend die Erwartungen für 2026 zurückgenommen. Das operative Ergebnis (EBIT) soll nun bei 250 bis 300 Millionen Euro liegen, bisher waren 300 bis 350 Millionen Euro angepeilt. Im dritten Quartal sank der Umsatz um vier Prozent auf 946 Millionen Euro, das EBIT ging von 95 auf 81 Millionen Euro zurück. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern jetzt mit einem Umsatzminus im hohen einstelligen Prozentbereich.
Bemerkenswert ist die Begründung. Neben einer vorsichtigeren Sicht auf die Kauflaune der Kunden nennt Hugo Boss höhere Abschreibungen auf IT-Systeme, weil die Technik rund um künstliche Intelligenz so schnell voranschreitet. Diese Belastung kostet kein Geld, zeigt aber, wie rasch Investitionen veralten können. Positiv sticht die Bruttomarge heraus, die um gut zwei Prozentpunkte auf 63,3 Prozent stieg.
TeamViewer rechnet mit Umsatzrückgang
Auch TeamViewer (ISIN: DE000A2YN900) muss zurückrudern. Der Softwareanbieter erwartet für 2026 nun einen Umsatzrückgang von ein bis zwei Prozent, zuvor stand ein Plus von bis zu drei Prozent im Raum. Im dritten Quartal fielen die Erlöse um 2,2 Prozent auf 184,5 Millionen Euro. Als Gründe nennt das Unternehmen verzögerte Abschlüsse mit Großkunden und neue Konjunktursorgen in Europa.
Die Ertragskraft bleibt dagegen hoch. Die bereinigte Marge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll bei rund 43 Prozent liegen. Ob das Management mit seiner Hoffnung auf mehr Wachstum im Jahr 2027 richtig liegt, dürfte vor allem am Geschäft mit großen Firmenkunden hängen.
Zalando wächst mit Firmenkunden
Zalando (ISIN: DE000ZAL1111) hat im dritten Quartal 5 Prozent mehr umgesetzt, insgesamt 3,2 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT stieg um knapp 11 Prozent auf 106,5 Millionen Euro. Der Motor war das Geschäft mit Firmenkunden, also Logistik und Software für andere Händler. Hier wuchs der Umsatz um 28 Prozent, der Gewinn hat sich mehr als verdoppelt. Unter dem Strich stand allerdings ein Verlust von 18 Millionen Euro, für den das Unternehmen keine Ursache nannte. Die Jahresziele hat Zalando bestätigt.
Norma Group verdoppelt das bereinigte Ergebnis
Der Verbindungstechniker Norma Group (ISIN: DE000A1H8BV3) steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 5,2 Prozent auf 207,8 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT verdoppelte sich auf 7,8 Millionen Euro. Kräftig zulegen konnten vor allem das Industriegeschäft und die Region Amerika. In Asien schrumpfte der Umsatz dagegen um neun Prozent. Die Prognose für 2026 bleibt bestehen. Zudem steht ein neuer Finanzchef fest: Tobias Bichler übernimmt spätestens zum 1. April 2027.
Termine am Dienstag, 3. November
Außerdem legen unter anderem Lufthansa, Evonik und Fresenius Medical Care ihre Quartalszahlen vor, Schaeffler liefert die ausführlichen Neunmonatszahlen. Parallel richtet sich der Blick auf die US-Zwischenwahlen, deren Ausgang auch die Stimmung an der Frankfurter Börse in den kommenden Tagen prägen dürfte.






