Der Ausgang der US-Kongresswahlen hat den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch kräftig angeschoben. Die Demokraten gewannen die Mehrheit in beiden Kammern, was viele Anleger als Abbau politischer Unsicherheit werteten. Der DAX stieg um 2,22 Prozent auf 26.437,67 Punkte. Die Nebenwerte zogen etwas verhaltener mit. Der MDAX gewann 1,28 Prozent auf 31.136,84 Punkte, der SDAX legte um rund 1,4 Prozent auf etwa 18.266 Zähler zu, und der TecDAX schloss 1,2 Prozent fester bei 4.143,40 Punkten. Gefragt waren Wind- und Solarwerte wie SMA Solar und Nordex. OHB profitierte von einem ESA-Auftrag über 554 Millionen Euro für Copernicus-Satelliten. Halbleiterwerte gerieten dagegen unter Druck, Aixtron, Jenoptik und Elmos Semiconductor verloren jeweils rund 5 bis 6 Prozent.
SNP hebt die Latte für 2026 höher
SNP Schneider-Neureither & Partner (ISIN: DE0007203705) hat am gestrigen Abend seine Jahresziele angehoben. Der Umsatz soll 2026 nun im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich wachsen, bisher war ein mittleres bis hohes einstelliges Plus geplant. Beim operativen Ergebnis (EBIT) hält das Management jetzt einen Anstieg für möglich, der deutlich in den zweistelligen Prozentbereich reicht. Als Gründe nennt SNP den guten Verlauf der ersten neun Monate und eine starke Pipeline. Eine Anhebung so spät im Jahr spricht dafür, dass die Nachfrage nach SAP-Umstellungsprojekten intakt ist.
Deutsche EuroShop schraubt die Ergebnisziele hoch
Auch Deutsche EuroShop (ISIN: DE0007480204) meldete sich gestern nach Börsenschluss mit besseren Aussichten. Der Shoppingcenter-Investor erwartet für 2026 nun ein EBIT von 220 bis 225 Millionen Euro statt 211 bis 219 Millionen. Die Mittel aus dem laufenden Geschäft (FFO), die zentrale Kennzahl für Immobilienfirmen, sollen 144 bis 149 Millionen Euro erreichen, nach zuvor 134 bis 142 Millionen. Getragen wird das Plus von höheren Mieten, Abfindungen von Mietern und rund 4 Millionen Euro zusätzlichen Zinserträgen. Beim EBIT hilft zudem ein Einmaleffekt aus aufgelösten Steuerrückstellungen. Da dieser im FFO nicht enthalten ist, wiegt die Anhebung dort schwerer.
Nordex verdoppelt das operative Ergebnis
Nordex (ISIN: DE000A0D6554) legte heute früh starke Neunmonatszahlen vor. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um gut 28 Prozent auf 2,19 Milliarden Euro, das EBITDA mehr als verdoppelte sich auf 278 Millionen Euro. Die Mitte Oktober angehobene Margenprognose von 11,5 bis 12,5 Prozent wurde bestätigt. Der Auftragsbestand wuchs auf 19,3 Milliarden Euro. Weniger rund liefen die Installationen, die wegen Verzögerungen bei Kunden, Genehmigungen und Rotorblättern unter dem Vorjahr blieben.
SUSS MicroTec setzt auf den Rekordauftragsbestand
Bei SUSS MicroTec (ISIN: DE000A1K0235) sank der Umsatz in den ersten neun Monaten um gut ein Fünftel auf 299,8 Millionen Euro, die EBIT-Marge fiel von 15,2 auf 6,1 Prozent. Lieferengpässe bei Komponenten verschieben Umsätze ins Jahr 2027, dazu kommen Kosten für die Verlagerung von Fertigung. Gleichzeitig füllt sich das Orderbuch, der Bestand erreichte mit 600,6 Millionen Euro einen Rekord. Die Ende Oktober angepasste Prognose bleibt bestehen. Spannend wird, wie schnell SUSS die Engpässe löst und Aufträge in Umsatz verwandelt.
Rational verdient mehr, wächst aber langsamer
Rational (ISIN: DE0007010803) steigerte den Quartalsumsatz um 6 Prozent auf 332,2 Millionen Euro, das EBIT legte um 13 Prozent zu. Geholfen haben gesunkene US-Zölle. Beim Jahresumsatz peilt der Großküchenausrüster nun nur noch den unteren Rand der bisherigen Wachstumsspanne an. Dafür soll die EBIT-Marge 26 bis 27 Prozent erreichen, das EBIT-Ziel von 340 bis 360 Millionen Euro gilt weiter.
Termine am Donnerstag, 5. November
Am Morgen standen unter anderem Hensoldt, Renk, PVA TePla, Deutz, SGL Carbon, Evotec, Nemetschek, Lanxess und Fielmann mit Quartalszahlen an. Am Nachmittag folgt Hochtief um 14 Uhr, zudem erläutern SUSS MicroTec und Evotec ihre Zahlen ab 14 Uhr in Telefonkonferenzen.






