Der gestrige Handelstag begann mit Rekordlaune und endete mit Ernüchterung. Der DAX erreichte im Verlauf ein neues Rekordhoch knapp unter 26.700 Punkten. Am Ende schloss er aber 0,43 Prozent tiefer bei 26.325,01 Zählern. Auslöser war ein Ausverkauf bei KI- und Chipwerten an der Wall Street, denn nach den US-Zwischenwahlen fürchten Anleger strengere Regeln für neue Rechenzentren. In der zweiten Reihe fiel der Rückschlag deutlicher aus.
Der MDAX gab 0,92 Prozent auf 30.891,56 Punkte nach, der SDAX verlor 1,39 Prozent auf 18.012,80 Punkte. Der TecDAX hielt sich mit minus 0,40 Prozent auf 4.121,84 Punkte vergleichsweise gut. Im SDAX rutschten LPKF Laser, PVA TePla, OHB und SMA Solar um 9 bis 12 Prozent ab. HelloFresh sprang dagegen nach überraschend gutem Ergebnis um gut 11 Prozent, Evotec legte nach starken Neunmonatszahlen 7 Prozent zu. Im MDAX schloss Lanxess nach Quartalszahlen 6 Prozent fester.
Stabilus schreibt in Amerika ab und senkt die Ziele für 2030
Der Gasfedernspezialist Stabilus (ISIN: DE000STAB1L8) hat seine Prognose für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr 2026 erreicht. Der Umsatz sank nach vorläufigen Zahlen von 1,296 auf 1,198 Milliarden Euro. Die bereinigte operative Marge (EBIT) lag bei 10,4 Prozent. Im vierten Quartal übertrafen Umsatz und bereinigtes EBIT laut Unternehmen die Markterwartungen, der Mittelzufluss blieb dagegen dahinter zurück.
Schwerer wiegt der Blick nach vorn. Wegen schwächerer Nachfrage in Amerika schreibt Stabilus dort rund 67 Millionen Euro auf den Firmenwert ab. Das kostet kein Geld, drückt aber das ausgewiesene EBIT auf rund 64 Millionen Euro. Zugleich kappt der Vorstand die Ziele für 2030. Statt etwa 2 Milliarden Euro Umsatz peilt er nun rund 1,5 Milliarden Euro an, die bereinigte Marge soll 12 bis 15 Prozent erreichen. Die Dividende soll von 0,35 auf 0,22 Euro sinken, weil Stabilus Schulden abbauen will. Offen bleibt, wann das Autogeschäft in China und Nordamerika wieder Tritt fasst.
JOST Werke hebt die Jahresprognose an
Deutlich besser läuft es bei JOST Werke (ISIN: DE000JST4000). Der Zulieferer für Lkw, Anhänger und Landmaschinen steigerte im dritten Quartal den Umsatz um 11,3 Prozent auf 426,3 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT wuchs nach vorläufigen Zahlen um 11,8 Prozent auf 41,6 Millionen Euro. Für 2026 erwartet JOST nun 9 bis 11 Prozent mehr Umsatz und ein um 11 bis 14 Prozent höheres bereinigtes EBIT. Bisher waren einstellige Zuwächse angepeilt. Als Treiber nennt das Unternehmen vor allem Verkaufserfolge aus der Integration von Hyva. Für das vierte Quartal rechnet JOST allerdings mit steigenden Kosten.
Krones bestätigt die Margenziele
Der Abfüllanlagenbauer Krones (ISIN: DE0006335003) meldete heute morgen Neunmonatszahlen. Der Umsatz blieb mit 4,10 Milliarden Euro fast unverändert. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg jedoch um 5,2 Prozent auf 453,1 Millionen Euro. Die bereits im Oktober gesenkte Prognose von 1 bis 2 Prozent Umsatzwachstum bleibt bestehen, die Margenziele gelten weiter. Für 2028 strebt Krones 6,0 bis 6,2 Milliarden Euro Umsatz an. Ein Wermutstropfen ist der freie Mittelzufluss, der nach neun Monaten mit 5 Millionen Euro negativ ausfiel.
freenet investiert den Ceconomy-Erlös
Bei freenet (ISIN: DE000A0Z2ZZ5) ist klar, wohin das Geld aus dem Verkauf der Ceconomy-Beteiligung fließt. Bis zu 75 Millionen Euro gehen 2026 und 2027 in den Rückkauf eigener Aktien. Diese sollen anschließend eingezogen werden. Den Rest der rund 150 Millionen Euro nutzt freenet für die vollständige Übernahme des Fernsehdienstes waipu.tv. Für die restlichen rund 25 Prozent zahlt der Konzern 76 Millionen Euro. Bei sehr gutem Geschäftsverlauf können bis zu 50 Millionen Euro hinzukommen. Für die Aktionäre bedeutet das weniger Aktien im Umlauf und die volle Kontrolle über das eigene Fernsehgeschäft.





