Der Wasserstoffspezialist Enapter (ISIN: DE000A255G02) hat am 14. Oktober 2026 seinen ersten Auftrag für einen Elektrolyseur der Multicore-Klasse aus Saudi-Arabien gemeldet. Kunde ist ein Hersteller von Spezial- und Industriegasen, der die Anlage direkt in seiner eigenen Produktion einsetzen will. Das Auftragsvolumen liegt bei rund 0,5 Millionen Euro und ist damit überschaubar. Interessant ist die Bestellung dennoch, denn sie öffnet die Tür zu einer Region, die sehr viel Geld in den Umbau ihrer Energieversorgung steckt. Zugleich kommt dort erstmals die neue Stack-Generation des Unternehmens zum Einsatz.
Was der Kunde mit der Enapter-Anlage vorhat
Die Anlage leistet 240 Kilowatt und besteht aus zehn sogenannten Stacks, also den Zellstapeln, in denen Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt wird. Sie wird als kompakte Einheit auf einem Gestell geliefert und in der Halle des Kunden aufgestellt. Pro Stunde soll sie bis zu 50 Normkubikmeter Wasserstoff erzeugen. Die Inbetriebnahme ist für das erste Quartal 2027 geplant.
Werbung
Diese Aktie direkt bei Smartbroker+ handeln
Bemerkenswert ist das Geschäftsmodell des Abnehmers. Er füllt Wasserstoff und Sauerstoff mit einer Reinheit von jeweils 99,999 Prozent in Druckgasflaschen ab und verkauft beide Gase an Industriekunden. Deshalb gehört eine Einheit zur Rückgewinnung und Reinigung des Sauerstoffs zum Lieferumfang. Was bei vielen Elektrolyseprojekten als Nebenprodukt ungenutzt bleibt, wird hier zur zweiten Einnahmequelle. Das dürfte die Rechnung für den Kunden deutlich verbessern.
Stack 25 muss sich jetzt beweisen
Technisch ist der Auftrag auch für Enapter selbst ein Prüfstein. Der Stack 25 ist die aktuelle Generation und erzeugt nach Firmenangaben mehr als zehnmal so viel Wasserstoff wie sein Vorgänger, nämlich über zehn Kilogramm pro Tag. Weil sich die zehn Stacks einzeln ansteuern lassen, kann der Kunde die Produktion flexibel an seinen Bedarf anpassen.
Die AEM-Technik, bei der eine Anionenaustauschmembran zum Einsatz kommt, verzichtet auf teure Rohstoffe wie Iridium. Damit wirbt Enapter um Kunden, die modular starten und später wachsen wollen. Laut Unternehmen arbeiten bereits Tausende Geräte bei mehr als 360 Kunden in über 55 Ländern. Größere Multicore-Anlagen sind der nächste Schritt, um aus vielen kleinen Aufträgen ein skalierbares Geschäft zu machen.
Golfregion als Wachstumsmarkt
Saudi-Arabien will im Rahmen der Vision 2030 seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern und investiert dafür hohe Summen in erneuerbare Energien und neue Technologien. Vorstandschef Jürgen Laakmann bezeichnet die Golfregion als wichtigen Wachstumsmarkt. Ob daraus ein nennenswertes Geschäft entsteht, hängt davon ab, ob weitere Aufträge folgen und die erste Anlage im Betrieb überzeugt. Gemessen am Volumen ist die Bestellung klein, als Referenz in einem neuen Markt kann sie für Enapter aber einiges wert sein.









