Bei Kion (ISIN: DE000KGX8881) hat sich der Ausblick deutlich eingetrübt. Der Hersteller von Gabelstaplern und Lagertechnik hat am 14. Oktober 2026 vorläufige Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt und zugleich seine Jahresprognose gesenkt. Beim Umsatz bewegt sich das Unternehmen mit rund 2,835 Milliarden Euro im Rahmen der Erwartungen, beim Ergebnis bleibt es dagegen darunter. Schwerer als die Delle im Quartal wiegt allerdings eine zweite Nachricht. Die angestrebte zweistellige bereinigte operative Marge rückt zeitlich nach hinten und wird nun erst für die Zeit nach 2027 erwartet. Für den MDAX-Konzern ist das ein spürbarer Dämpfer.
Wo es bei Kion hakt
Das bereinigte EBIT, also das operative Ergebnis ohne Sondereffekte, lag im dritten Quartal bei rund 203 Millionen Euro. Im Konsens waren 211 Millionen Euro erwartet worden. Auch der Free Cashflow blieb mit rund 100 Millionen Euro leicht hinter den Schätzungen von 106 Millionen Euro zurück.
Werbung
Diese Aktie direkt bei Smartbroker+ handeln
Die Schwachstelle liegt im größeren Segment Industrial Trucks & Services, das Stapler und Service bündelt. Dort erreichte der Umsatz zwar die erwarteten rund 1,955 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT lag mit 163 Millionen Euro aber klar unter den geschätzten 175 Millionen Euro. Vor allem der Auftragseingang in diesem Bereich hat sich nach Unternehmensangaben schlechter entwickelt als geplant. Die Automatisierungssparte Intelligent Automation Solutions lieferte mit 890 Millionen Euro Umsatz und 66 Millionen Euro bereinigtem EBIT dagegen, was erwartet worden war.
Neue Spannen für das Gesamtjahr
Für 2026 rechnet der Vorstand nun mit einem Konzernumsatz von 11,45 bis 11,75 Milliarden Euro. Bisher waren 11,525 bis 12,025 Milliarden Euro angepeilt. Beim bereinigten EBIT reicht die neue Spanne von 815 bis 875 Millionen Euro nach zuvor 880 bis 980 Millionen Euro. Für den Free Cashflow werden 400 bis 500 Millionen Euro erwartet, für die Kapitalrendite ROCE 7,8 bis 8,4 Prozent.
Auffällig ist, dass die Kürzung vor allem auf das Staplergeschäft entfällt. Dort sinkt die Ergebnisspanne auf 690 bis 740 Millionen Euro nach bisher 765 bis 835 Millionen Euro. Die Automatisierung hat ihre Spannen dagegen lediglich eingeengt.
Margenziel rückt in die Ferne
Die eigentliche Zäsur betrifft die mittelfristigen Ziele. Eine zweistellige bereinigte EBIT-Marge im Konzern und in beiden Segmenten erwartet Kion angesichts der Marktbedingungen nun erst nach 2027. Für Anleger stellt sich damit die Frage, wie schnell sich die Nachfrage nach Staplern erholen kann und welche Hebel das Management sieht, um die Profitabilität dennoch zu steigern. Erste Antworten dürfte die vollständige Quartalsmitteilung am 29. Oktober 2026 liefern.









