Die Zinsen haben in der vergangenen Woche eine Marke gerissen, die viele Anleger noch gar nicht registriert haben. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bei 5,20 Prozent und damit so hoch wie zuletzt 2007, die dreißigjährige hat erstmals seit 2004 die 5,5 Prozent überschritten. Am Montagmorgen ging der Ausverkauf weiter, nachdem die Gespräche über eine Wiederöffnung der Straße von Hormus vorerst gescheitert sind und der Ölpreis erneut angezogen hat.
Für große Indexwerte ist das eine Bewertungsfrage. Für kleinere Unternehmen ist es eine Bilanzfrage. Die Boston Consulting Group hat rund 1.700 börsennotierte europäische Unternehmen ausgewertet und kommt zu dem Ergebnis, dass jedes sechste unter finanziellem Druck steht. Die Verschuldung gemessen am operativen Ergebnis ist zwischen 2022 und 2025 um 22 Prozent gestiegen, fast ein Drittel der Firmen startete mit dem mehr als Dreifachen ins Jahr 2026. Besonders unangenehm: Frankreich und die DACH-Region führen die Statistik beim akuten Restrukturierungsdruck an.
Billiges Geld war für viele Bilanzen über Jahre ein stiller Ergebnisbringer. Dieser Beitrag fällt gerade weg, und zwar genau in jenen Branchen, in denen wir als Nebenwerte-Anleger traditionell viel unterwegs sind. Welche Kennziffern ich mir bei kleineren Titeln in diesem Herbst zuerst ansehe und welche Sektoren die Untersuchung am härtesten trifft, ordne ich heute in der Sendung ein.
Im Anschluss geht es um das Thema, das derzeit für die größte Kursfantasie sorgt: Biotechnologie. Der Sektor schlägt den breiten US-Markt in diesem Jahr um mehr als das Doppelte, getragen von Zulassungen, einer Übernahmewelle und einem völlig neuen Treiber aus der KI-Forschung. Ich stelle drei Unternehmen vor, darunter zwei aus der zweiten Reihe, und zeige eine ETF-Lösung mit erheblichem Momentum und einem Haken, über den ich ausführlich spreche.
Sendungshinweis:
Kursgespräch, heute um 10:00 Uhr live auf live.finanztrends.de. Die Folge steht dort im Anschluss auch als Video und Podcast im Archiv bereit.








