Die HMS Bergbau AG (ISIN: DE0006061104) setzt ihre Afrika-Strategie konsequent fort. Über ihre Tochtergesellschaft HMS Bergbau Africa übernimmt das deutsche Rohstoffhandelsunternehmen 75 Prozent der Anteile am südafrikanischen Bergbauunternehmen Hoshoza Resources Vryheid, kurz HRV. Die Transaktion ist bereits vom südafrikanischen Ministerium für Bodenschätze und Energie genehmigt worden.
Das ist kein unwichtiges Detail, denn behördliche Freigaben in Südafrika können sich durchaus hinziehen. Dass diese bereits vorliegt, gibt dem Projekt eine solide Grundlage. HRV verfügt über eine Abbaulizenz für metallurgische Kohle in der Provinz KwaZulu-Natal auf einer Fläche von mehr als 18.600 Hektar.
Bei dem Objekt handelt es sich um eine vorübergehend stillgelegte Mine, die in den kommenden Monaten reaktiviert werden soll. Metallurgische Kohle ist ein besonders wertvoller Rohstoff, da sie vor allem in der Stahlproduktion eingesetzt wird und sich damit von der deutlich günstigeren Kraftwerkskohle abhebt.
HMS Bergbau plant schrittweisen Ausbau der Produktion
Der Produktionsstart im Tagebau ist für das zweite Quartal 2026 geplant. In einer ersten Phase sollen rund 200.000 Tonnen verarbeitete Kohle pro Jahr gefördert werden. Mittelfristig kommt dann der Untertagebau hinzu, der weitere 450.000 Tonnen jährlich beisteuern soll. Das Gesamtvolumen würde damit auf bis zu 650.000 Tonnen pro Jahr anwachsen. Für die Aufbereitung der geförderten Kohle wird vor Ort eine neue Verarbeitungsanlage errichtet. Darüber hinaus wird in dem Lizenzgebiet ein weiteres großes Kohlevorkommen vermutet, dessen wirtschaftliche Erschließung HMS sich bereits frühzeitig gesichert hat.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet HMS Bergbau aus der neuen Mine bereits einen positiven Ergebnisbeitrag im einstelligen Millionen-Euro-Bereich auf EBITDA-Ebene. Das klingt zunächst überschaubar, ist aber angesichts der Anlaufphase durchaus realistisch. Entscheidend ist vor allem der strategische Effekt: HMS hält die vollständigen Abnahme- und Vermarktungsrechte für die gesamte Produktion der Mine und stärkt damit seine Stellung entlang der Wertschöpfungskette.
Analysten sehen HMS Bergbau auf Kurs
Das Analysehaus mwb research hat seine Einschätzung zur Aktie nach der Bekanntgabe der Akquisition bekräftigt. Die Übernahme stärke die vertikale Integration des Unternehmens und verbessere die Qualität der Ergebnisse. Zusammen mit dem bereits laufenden Botswana-Projekt und dem wachsenden Geschäft mit Schiffstreibstoffen werde HMS Bergbau schrittweise unabhängiger vom reinen Handelsgeschäft.
Das Kursziel der Analysten liegt unverändert bei 70 Euro, was gemessen am aktuellen Kurs ein erhebliches Aufwärtspotenzial impliziert. Für das Geschäftsjahr 2026 prognostizieren die Analysten einen deutlichen Anstieg des EBITDA auf rund 35 Millionen Euro, gegenüber gut 20 Millionen Euro im Vorjahr. HMS Bergbau bleibt damit ein interessanter Wert für Anleger, die auf den anhaltenden Rohstoffbedarf in Asien setzen, wo rund 78 Prozent des Konzernumsatzes erzielt werden.









