Die Halbleiterausrüster haben es gerade nicht leicht – und SUSS MicroTec (DE000A1K0235) macht da keine Ausnahme. Der Garchinger Spezialist für Wafer-Fertigungstechnik musste seine Jahresprognose nach unten korrigieren. Die Bruttomarge rutscht von ursprünglich 39 bis 41 Prozent auf nun 37 bis 39 Prozent ab. Ein deutlicher Dämpfer für Anleger, die auf eine Erholung im Halbleitersegment gesetzt hatten.
Dabei schien zunächst alles nach Plan zu laufen. Das erste Halbjahr brachte immerhin 266,4 Millionen Euro Umsatz. Doch unter der Oberfläche brodelte es bereits. Die Bruttomarge erreichte nur magere 37,2 Prozent – ein Warnsignal, das sich nun in der angepassten Prognose niederschlägt.
Taiwan-Projekt belastet das Ergebnis
Hauptgrund sind Anlaufkosten beim neuen UV-Projektionsscanner in Taiwan. Das klingt zunächst nach einem normalen Geschäftsverlauf, doch die Dimensionen überraschen. Dazu kommen Wertberichtigungen bei einem eingestellten Projekt – ein doppelter Schlag gegen die Profitabilität. Beides drückt ordentlich auf die Zahlen und zeigt, wie riskant internationale Expansionen sein können.
Der neue Standort in Zhubei sollte eigentlich die Marktposition stärken. Stattdessen führt er zu einer temporären Doppelbelastung, die sich durch das gesamte zweite Halbjahr zieht. Solche Anlaufkosten sind zwar normal, doch das Timing hätte kaum ungünstiger sein können. In einem ohnehin schwierigen Marktumfeld sind zusätzliche Belastungen das Letzte, was SUSS MicroTec gebrauchen kann.
SUSS MicroTec kämpft mit mehreren Baustellen
Auch beim Personal gibt es Herausforderungen. Der Aufbau der Forschungs- und Entwicklungsabteilung führt zu höheren Kosten für Einarbeitung und Schulungen. Die EBIT-Marge sackt deshalb von geplanten 15 bis 17 Prozent auf 13 bis 15 Prozent ab. Im ersten Halbjahr waren es bereits magere 15,7 Prozent – ein Wert, der die Investoren nervös macht.
Diese Personalkosten sind allerdings eine Investition in die Zukunft. Neue Technologien und Produktinnovationen entstehen nicht von selbst. SUSS MicroTec muss heute in Menschen investieren, um morgen wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Management zeigt damit langfristiges Denken, auch wenn es kurzfristig die Margen belastet.
Immerhin: Bei den Umsätzen bleibt SUSS MicroTec optimistisch. Die Spanne von 470 bis 510 Millionen Euro gilt weiter. Das zeigt, dass die operative Stärke intakt ist. Allerdings wird die zweite Jahreshälfte schwieriger – weniger dynamisches Wachstum und ungünstiger Produktmix belasten zusätzlich. Der Taiwan-Standort in Zhubei führt zeitweise zu Doppelbelastungen, die sich erst 2026 vollständig auflösen werden.

