Der Lkw-Zulieferer SAF-HOLLAND (DE000SAFH001) spürt die Kaufzurückhaltung in Nordamerika deutlich. Das Unternehmen aus Bessenbach passt seine Umsatzprognose für 2025 nach unten an – von ursprünglich 1,85 bis 2,0 Milliarden Euro auf nun rund 1,8 Milliarden Euro. Eine Korrektur, die zeigt, wie volatil das Nutzfahrzeuggeschäft derzeit ist.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im ersten Halbjahr brach der Umsatz um 11,9 Prozent auf 891,6 Millionen Euro ein. Besonders schmerzhaft ist der Rückgang im Erstausrüstungsgeschäft, das traditionell die Marge stützt. Hier zeigt sich die ganze Schwäche des nordamerikanischen Marktes, der für SAF-HOLLAND von zentraler Bedeutung ist.
Handelspolitik bremst Geschäft aus
Die aktuelle US-Handelspolitik verunsichert die Kunden. Dazu kommt die Ungewissheit über neue Abgasnormen für Trucks ab 2027. Beides führt zu einer allgemeinen Kaufzurückhaltung in wichtigen Nutzfahrzeugmärkten wie Nordamerika und Asien. Unternehmen verschieben Investitionen oder warten ab – eine toxische Mischung für Zulieferer wie SAF-HOLLAND.
Die EPA27-Abgasnorm für Trucks sorgt für besondere Verunsicherung. Niemand weiß genau, welche technischen Anforderungen kommen werden. Das führt zu Planungsunsicherheit bei den Kunden, die ihre Investitionen zurückstellen. SAF-HOLLAND leidet unter dieser Hängepartie, obwohl das Unternehmen technisch gut aufgestellt ist.
Zusätzlich belasten Handelskonflikte mit den USA das Geschäft. Mehrkosten im mittleren einstelligen Millionenbereich entstehen durch die veränderte Handelspolitik. Diese Kosten sollen zwar durch Preiserhöhungen kompensiert werden, doch in einem schwachen Markt ist das nicht einfach durchsetzbar.
SAF-HOLLAND mit solidem ersten Halbjahr trotz Rückgang
Trotz der Herausforderungen zeigt sich das erste Halbjahr noch relativ stabil. Der Umsatz ging um 11,9 Prozent auf 891,6 Millionen Euro zurück. Das bereinigte EBIT sank entsprechend um 19,3 Prozent auf 83,0 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge blieb mit 9,3 Prozent aber im Zielkorridor von 9,0 bis 10,0 Prozent – ein Zeichen für solides Kostenmanagement.
Besonders das Ersatzteilgeschäft erwies sich als weniger robust als erhofft. Hier ging der Umsatz um 5,9 Prozent auf 350,2 Millionen Euro zurück. Im Vorjahr hatten noch Sondervertriebsmaßnahmen in Europa und Amerika das Ergebnis gestützt. Diese Effekte fallen nun weg und zeigen die wahre Marktschwäche.
Der freie operative Cashflow litt unter der schwächeren Geschäftsentwicklung und sank auf 9,1 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 44,3 Millionen Euro gewesen. Zusätzlich belastete ein höherer Zahlungsmittelabfluss aus dem Working Capital. SAF-HOLLAND hat vorsorglich das Working Capital-Management angepasst – eine kluge Maßnahme in unsicheren Zeiten.







