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1&1 zahlt den Preis für eigenes Mobilfunknetz

November 11, 2025
in News
1&1 zahlt den Preis für eigenes Mobilfunknetz

Die 1&1 AG (ISIN: DE0005545503) hat ihre Zahlen für die ersten neun Monate 2025 vorgelegt und dabei keine Überraschungen geliefert. Der Telekommunikationsanbieter bestätigte seine Jahresprognose und bewegt sich planmäßig durch ein herausforderndes Jahr. Mit 16,34 Millionen Kundenverträgen liegt das Unternehmen minimal unter dem Jahresendwert von 2024. Der Gesamtumsatz blieb mit 3,016 Milliarden Euro stabil, während der margenstarke Service-Umsatz leicht auf 2,479 Milliarden Euro zulegte.

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Doch die eigentliche Geschichte steckt im EBITDA-Rückgang um 11,5 Prozent auf 409,8 Millionen Euro. Der Grund sind die Anlaufkosten für das eigene Mobilfunknetz, die planmäßig auf 201,2 Millionen Euro gestiegen sind. Die Frage ist: Wann zahlt sich diese Investition aus?

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Migration kostet mehr als erwartet

Das operative Segment Access zeigt die Stärke des Geschäftsmodells. Das EBITDA ging hier nur um drei Prozent auf 611 Millionen Euro zurück. Das ist solide, besonders wenn man bedenkt, dass der Breitband-Bereich wie erwartet 90.000 Verträge verlor. Der Mobilfunk legte dagegen um 40.000 Verträge zu, allerdings komplett im dritten Quartal. Das deutet darauf hin, dass die Dynamik gegen Ende des Jahres zunimmt. Doch die Kosten für den Netzaufbau und die Kundenmigration belasten die Gesamtrechnung erheblich. Das EBIT fiel auf 175,4 Millionen Euro, fast 40 Prozent unter dem Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie sank von 1,11 auf 0,63 Euro. Diese Zahlen wirken zunächst schwach, sind aber Teil eines bewussten strategischen Plans.

1&1 investiert in die Zukunft

Die entscheidende Frage ist, ob sich der Aufbau eines eigenen Netzes langfristig rechnet. 1&1 setzt als erster europäischer Netzbetreiber auf vollständig virtualisiertes 5G mit Open-RAN-Technologie. Das verspricht mehr Flexibilität und geringere Abhängigkeit von großen Ausrüstern. Doch der Weg dorthin ist teuer. Die Prognose für das Gesamtjahr sieht ein EBITDA von rund 545 Millionen Euro vor, deutlich unter den 590,8 Millionen Euro von 2024. Immerhin: Die Migrationskosten von rund 100 Millionen Euro sollen ab 2026 wegfallen. Das würde das EBITDA spürbar entlasten und die Profitabilität wieder steigern.

Investoren brauchen Geduld

Für Anleger bedeutet das: 2025 ist ein Übergangsjahr. Die Investitionen von 228,7 Millionen Euro im Cash-Capex zeigen, dass 1&1 ernst macht mit dem Netzausbau. Die reduzierte Prognose für das Investitionsvolumen auf 400 Millionen Euro statt 450 Millionen Euro deutet aber auch auf eine gewisse Vorsicht hin. Der Markt wird genau beobachten, wie schnell die Migration der Kunden auf das eigene Netz vorankommt und ob die versprochenen Kostenvorteile tatsächlich eintreten. Die Aktie dürfte kurzfristig unter Druck bleiben, solange die Ergebnisse belastet sind. Wer langfristig denkt und an die Strategie glaubt, könnte hier aber eine interessante Chance sehen.

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