Der IT-Dienstleister Cancom (ISIN: DE0005419105) hat für das erste Halbjahr 2026 Zahlen vorgelegt, die auf den ersten Blick ein gemischtes Bild zeigen, bei genauerem Hinsehen aber eine klare Botschaft senden. Der Umsatz ging leicht zurück, doch die Ertragskraft legte kräftig zu. Konkret sank der Konzernumsatz von 803,8 auf 775,9 Millionen Euro. Gleichzeitig kletterte der Rohertrag auf 343,3 Millionen Euro, nachdem er ein Jahr zuvor bei 336,0 Millionen Euro gelegen hatte. Damit stieg auch die Rohertragsmarge spürbar, und zwar von 41,8 auf 44,2 Prozent. Für Anleger ist das ein wichtiges Signal, denn es zeigt, dass das Unternehmen mehr aus jedem Euro Umsatz herausholt.
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Warum Cancom die Marge wichtiger ist als das reine Wachstum
Hinter dieser Entwicklung steht eine bewusste Strategie. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr Maßnahmen zur Effizienzsteigerung eingeleitet, und diese greifen nun offenbar. Denn das EBITDA verbesserte sich deutlich um 34,0 Prozent auf 49,2 Millionen Euro. Noch auffälliger fällt der Sprung beim EBITA aus, das sich mit einem Plus von 110,8 Prozent auf 21,5 Millionen Euro mehr als verdoppelte. Solche Zahlen entstehen nicht durch Zufall, sondern durch konsequente Kostendisziplin.
Dass der Umsatz dennoch leicht zurückging, hat mit dem Verhalten der Kunden zu tun. Viele Unternehmen zögern derzeit bei Investitionsentscheidungen und schieben Projekte auf. CEO Rüdiger Rath ordnete das erste Halbjahr entsprechend ein und betonte, dass die operative Profitabilität trotzdem deutlich gestiegen sei. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach Themen wie künstlicher Intelligenz, digitaler Resilienz und technologischer Souveränität hoch. Genau darauf will sich das Unternehmen langfristig stützen.
Cancom bestätigt die Prognose, doch der Cashflow verdient Beachtung
Für das laufende Geschäftsjahr bleibt das Unternehmen bei seiner Prognose. Erwartet werden ein Umsatz zwischen 1.750 und 1.850 Millionen Euro sowie ein EBITDA von 110 bis 130 Millionen Euro sein. Beim EBITA peilt der Vorstand eine Spanne von 55 bis 75 Millionen Euro an. Diese Bestätigung ist ein Zeichen von Zuversicht, gerade weil das Marktumfeld weiterhin fordernd bleibt.
Ein Punkt sollte allerdings nicht übersehen werden. Der operative Cashflow lag im ersten Halbjahr bei minus 109,6 Millionen Euro, während er im Vorjahr noch knapp positiv war. Der Grund liegt in Investitionen in das Working Capital, also in gebundene Mittel innerhalb des laufenden Geschäfts. Solche Schwankungen sind bei Systemhäusern nicht ungewöhnlich, weil sich Ein- und Auszahlungen über das Jahr verteilen. Dennoch lohnt es sich, diese Entwicklung im Auge zu behalten. Zum Stichtag Ende Juni verfügte die Gruppe über liquide Mittel von 21,5 Millionen Euro. Unter dem Strich zeigt Cancom, dass sich Effizienz auch in schwierigen Phasen auszahlt.









