Der Arzneimittelhersteller Dermapharm (ISIN: DE000A2GS5D8) hat vorläufige Zahlen für das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht und setzt damit seinen soliden Kurs fort. Der Konzernumsatz stieg um 2,9 Prozent auf 591,0 Millionen Euro, nach 574,5 Millionen Euro im Vorjahr. Noch deutlicher fiel die Ergebnisverbesserung aus. Das unbereinigte EBITDA erhöhte sich überproportional um 27,3 Prozent auf 184,5 Millionen Euro, was einer EBITDA-Marge von 31,2 Prozent entspricht. Betrachtet man das bereinigte EBITDA, das Sondereffekte herausrechnet, ergibt sich ein Anstieg von 10,3 Prozent auf 163,2 Millionen Euro. Die bereinigte Marge verbesserte sich dabei von 25,8 auf 27,6 Prozent. Für Anleger ist vor allem die bereinigte Größe aussagekräftig, weil sie das operative Geschäft ohne einmalige Verzerrungen zeigt.
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Wie die Marken von Dermapharm das Wachstum tragen
Der wichtigste Wachstumsmotor bleibt das Segment Markenarzneimittel. Hier sorgte zunächst das organische Wachstum für Rückenwind, also die Entwicklung aus eigener Kraft ohne Zukäufe. Hinzu kamen erstmals berücksichtigte Beiträge der Mucos-Gruppe mit bekannten Marken sowie der Gesellschaft F. Trenka. Diese Kombination aus eigenem Bestandsgeschäft und gezielten Übernahmen ist typisch für das Unternehmen, das seit Jahren auf beide Wachstumswege setzt.
Interessant ist, dass die starke Entwicklung im Markensegment einen bewussten Rückgang an anderer Stelle ausgleichen konnte. Denn beim Parallelimportgeschäft axicorp läuft eine planmäßige Neuausrichtung. Dort wird das Portfolio auf margenstärkere Produkte konzentriert, was zwar zu niedrigeren Umsätzen führt, aber die Ertragslage verbessert. Auch das Segment mit anderen Gesundheitsprodukten musste einen moderaten Umsatzrückgang hinnehmen, konnte dies jedoch durch Wechselkurseffekte und eine bessere Materialaufwandsquote ausgleichen. Vorstandsvorsitzender Hans-Georg Feldmeier betonte die Stärke des Geschäftsmodells und verwies auf die positiven Impulse aus den Akquisitionen.
Warum die Bereinigungen bei Dermapharm genauer Betrachtung wert sind
Ein Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit. Die Bereinigungen im ersten Halbjahr summierten sich auf minus 21,3 Millionen Euro, während sie im Vorjahr noch positiv bei 3,1 Millionen Euro lagen. Der Grund liegt vor allem in einem vorläufigen negativen Unterschiedsbetrag aus dem Erwerb der Mucos-Gruppe sowie in Restrukturierungs- und transaktionsbezogenen Einmaleffekten. Solche Effekte erklären, warum das unbereinigte EBITDA optisch so stark steigt. Wer die Zahlen richtig einordnen will, sollte deshalb die bereinigte Größe heranziehen.
Für das Gesamtjahr bleibt der Vorstand bei seiner Prognose. Erwartet werden ein Konzernumsatz zwischen 1.182 und 1.218 Millionen Euro sowie ein bereinigtes EBITDA zwischen 331 und 341 Millionen Euro. Die endgültigen und prüferisch durchgesehenen Zahlen für das erste Halbjahr will das Unternehmen am 25. August 2026 vorlegen. Bis dahin präsentiert sich Dermapharm als verlässlicher Wert, der profitables Wachstum mit einer klaren Portfoliostrategie verbindet. Die Kombination aus starken Marken und gezielten Zukäufen bleibt das Fundament dieser Entwicklung.









