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Analyse 2G Energy: Auftragsflut aus den Rechenzentren

Juli 13, 2026
in Analysen, News

Bei der 2G Energy AG (ISIN: DE000A0HL8N9) trennen sich derzeit zwei Geschichten voneinander. Auf der einen Seite steht ein Geschäftsjahr 2025, das der Hersteller dezentraler Kraftwerke mit angezogener Handbremse beendete. Auf der anderen Seite steht ein Auftragseingang, der geradezu explodiert ist. Die Experten von SMC-Research, deren Studie über BankM veröffentlicht wurde, haben die Lage nun eingeordnet. Ihr Urteil lautet weiterhin Buy. Zugleich hoben sie das Kursziel leicht von 78 auf 80 Euro an. Bei einem Kurs von zuletzt 63,65 Euro ergibt sich daraus ein rechnerisches Aufwärtspotenzial von mehr als 20 Prozent. Grund genug, die Zahlen genauer zu betrachten.

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Ein Jahr voller Sonderfaktoren

Zunächst der Rückblick. Im Jahr 2025 stieg der Umsatz um sechs Prozent auf 398,4 Millionen Euro. Die Gesamtleistung legte sogar um zwölf Prozent auf 409,2 Millionen Euro zu. Beim Ergebnis sah das Bild jedoch anders aus. Das EBIT sank um 21 Prozent auf 26,3 Millionen Euro. Somit fiel die operative Marge von 8,9 auf 6,6 Prozent zurück.

Hinter diesem Rückgang stehen mehrere Sondereffekte. So belastete die Einführung eines neuen ERP-Systems vorübergehend das margenstarke Servicegeschäft. Zudem investierte das Unternehmen kräftig in neue Felder wie Rechenzentren und Großwärmepumpen. Diese Ausgaben drücken kurzfristig auf das Ergebnis. Trotz des schwächeren Gewinns schlägt die Gesellschaft aber eine leicht höhere Dividende von 21 statt 20 Cent vor. Das werten die Finanzexperten als Signal für die zugrunde liegende Zuversicht.

2G Energy meldet einen Auftragsschub

Die eigentliche Nachricht steckt jedoch im Auftragsbuch. Im ersten Halbjahr 2026 kletterte der Auftragseingang auf über 400 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum waren es lediglich 93,6 Millionen Euro. Der Wert hat sich damit mehr als vervierfacht. Ein solcher Sprung ist selbst für ein Wachstumsunternehmen bemerkenswert.

Der Treiber ist ein Durchbruch im Geschäft mit Rechenzentren. Im Mai sicherte sich 2G Energy einen ersten Großauftrag für containerisierte Kraftwerke im dreistelligen Megawattbereich. Weitere Aufträge dieser Art folgten. Kumuliert bewegen sich die Bestellungen aus diesem Feld im dreistelligen Millionenbereich. Zugleich zieht der deutsche Markt bei der Flexibilisierung von Biogasanlagen wieder an. Für das laufende Jahr erwartet das Management daher eine Book-to-Bill-Ratio von 2,5 oder mehr. Damit übersteigt der Auftragseingang die Auslieferungen deutlich.

Warum die Analysten optimistisch bleiben

Für das Research-Team ist der Schub eine Bestätigung des eigenen Szenarios. Bereits im Mai hatten die Analysten ein sehr positives Bild in ihr Modell eingearbeitet. Nun hoben sie die Schätzungen noch einmal leicht an. Für 2026 rechnen sie mit einem Umsatz am oberen Ende der Spanne von 440 bis 490 Millionen Euro. Die EBIT-Marge soll dabei zwischen 9,5 und 10,5 Prozent liegen.

Für 2027 erwarten die Experten einen weiteren Sprung auf 570 bis 620 Millionen Euro. Zugleich soll die Marge dann über elf Prozent steigen. Ein Selbstläufer ist das jedoch nicht. Denn die schnelle Ausweitung der Produktion ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Auch mögliche Engpässe bei elektrischen Komponenten behält das Unternehmen im Blick. Gelingt die Umsetzung, dürfte 2G Energy von einem der großen Trends unserer Zeit profitieren. Denn der Hunger der Rechenzentren nach zuverlässiger Energie wächst rasant.

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