Die Medios AG (ISIN: DE000A1MMCC8) hat Mitte der Woche ihre Anleger mit einer gemischten Botschaft überrascht. Der Spezialpharma-Anbieter erwartet für das laufende Jahr weniger Gewinn, dafür aber mehr Umsatz. Diese Kombination klingt zunächst widersprüchlich. Sie erklärt sich jedoch, wenn man genauer hinschaut. Denn hinter der Anpassung stecken zwei Entwicklungen, die das Unternehmen selbst kaum beeinflussen kann. Zum einen drückt der Preisdruck bei besonders margenstarken Präparaten auf das Ergebnis. Zum anderen wirkt eine neue gesetzliche Regelung beim Medizinalcannabis. Beide Faktoren zusammen führen dazu, dass die bisherigen Gewinnziele nicht mehr zu halten sind. Die Meldung erfolgte am Abend des 28. Juli, also nach Börsenschluss.
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Was die neue Prognose bei Medios bedeutet
Konkret erwartet Medios nun ein bereinigtes EBITDA zwischen 88 und 92 Millionen Euro. Zuvor lag die Spanne bei 94 bis 102 Millionen Euro. Das obere Ende der Erwartung fällt also spürbar. Gleichzeitig hebt das Unternehmen die Umsatzprognose an. Statt 2,0 bis 2,12 Milliarden Euro peilt der Konzern jetzt 2,1 bis 2,16 Milliarden Euro an.
Diese Schere ist bemerkenswert. Denn sie zeigt, dass Medios weiter kräftig wächst. Im ersten Halbjahr übersprang der Konzernumsatz erstmals die Marke von einer Milliarde Euro. Das Ergebnis hielt mit diesem Tempo allerdings nicht mit. Das bereinigte EBITDA lag mit rund 44 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert. Mehr Volumen bei weniger Marge, so lässt sich die aktuelle Lage zusammenfassen.
Der Cannabis-Effekt und die strategische Antwort
Besonders schwer wiegt die neue Gesetzeslage. Das beschlossene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz schließt die Erstattung von Cannabisblüten durch die gesetzlichen Krankenkassen künftig aus. Auch cannabishaltige Zubereitungen werden deutlich schlechter erstattet. Für Medios bricht damit ein Geschäftsfeld weg, das zuletzt Rückenwind lieferte. Solche politischen Eingriffe treffen Unternehmen oft unvermittelt. Zudem bleibt das internationale Geschäft leicht hinter den Erwartungen zurück.
Trotzdem lohnt ein Blick auf die Gegenmaßnahmen. Denn Medios reagiert bereits. Das Unternehmen stellt die Produktion an einem Standort ein und beliefert Kunden künftig aus anderen Häusern. Zusätzlich läuft ein internes Programm zur Effizienzsteigerung. Diese Schritte sollen die Marge im patientenindividuellen Geschäft in Deutschland verbessern. Vorstandschef Thomas Meier betont den anhaltenden Wachstumskurs und die Fokussierung auf profitable Felder. Nähere Details will das Unternehmen im August sowie auf seinem Kapitalmarkttag Ende September liefern. Für Anleger bleibt somit offen, wie schnell die Sparmaßnahmen greifen.









