Die deutschen Nebenwerte haben gestern einen zähen Handelstag erlebt. Der MDAX gab um 0,36 Prozent auf 30.402 Punkte nach, der SDAX schloss 0,13 Prozent tiefer bei 18.186 Punkten. Der TecDAX legte um 0,08 Prozent auf 4.014 Punkte zu. Der DAX trat mit minus 0,1 Prozent bei 25.304 Punkten auf der Stelle. Gedämpft wurde die Stimmung von den ZEW-Konjunkturerwartungen, die schwächer ausfielen als erwartet. Unter Druck standen Verbio und SMA Solar mit Abschlägen um 7 Prozent, im MDAX verloren Nemetschek, K+S und Aurubis jeweils fast 5 Prozent. Gefragt waren dagegen tonies, MLP und TAG Immobilien. Die wichtigste Nachricht kam allerdings erst nach Handelsschluss.
Grand City Properties sichert sich ein Fünftel von LEG
Am Abend meldete Grand City Properties (ISIN: LU0775917882), dass der Wohnungskonzern nun 20,04 Prozent an LEG Immobilien (ISIN: DE000LEG1110) hält. Einen Kaufpreis nannte das Unternehmen nicht, es spricht von einer Finanzbeteiligung. Nach eigener Rechnung liegt die FFO-Rendite des Pakets über 13 Prozent. Der anteilige operative Mittelzufluss (FFO I) soll so um rund 30 Prozent steigen. Weil die LEG-Aktie deutlich unter dem bilanziellen Eigenkapital notiert, könnte zudem ein einmaliger Buchgewinn anfallen. Die Stimmrechte ruhen bis zur Freigabe durch das Bundeskartellamt.
Spannend ist der Spielraum, den sich Grand City offenhält. Der Anteil kann auf bis zu 29,9 Prozent steigen, knapp unter die Schwelle für ein Pflichtangebot. Ebenso kann die Beteiligung wieder verkleinert werden. LEG reagierte heute Morgen zurückhaltend und sieht für ihre Aktionäre derzeit keinen Handlungsbedarf. Ob es beim Finanzinvestment bleibt, wird die Branche genau verfolgen.
Friedrich Vorwerk erhöht die Prognose erneut
Beim Spezialisten für Energienetze Friedrich Vorwerk (ISIN: DE000A255F11) lief das dritte Quartal glänzend. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 228,3 Millionen Euro. Das EBITDA, also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, kletterte um 58 Prozent auf 80,9 Millionen Euro. Daher hebt der Vorstand die Jahresziele zum zweiten Mal an. Erwartet werden nun 760 bis 790 Millionen Euro Umsatz und ein EBITDA von 220 bis 230 Millionen Euro. Bisher waren es 180 bis 200 Millionen Euro. Als Gründe nennt das Unternehmen höhere Beiträge aus Arbeitsgemeinschaften und eine niedrigere Materialquote. Im Auge behalten sollten Anleger den Auftragsbestand, der binnen Jahresfrist von 1,1 Milliarden auf 907 Millionen Euro geschrumpft ist.
Formycon startet Biosimilar-Projekt mit Partner
Formycon (ISIN: DE000A1EWVY8) entwickelt gemeinsam mit dem Hersteller Biocelys aus Uruguay das Biosimilar FYB286. Biosimilars sind Nachbildungen biotechnologisch hergestellter Medikamente. Formycon steuert die Entwicklung bei, Biocelys die Produktion. Vorfinanziert wird das Projekt von einer Gesellschaft aus dem Umfeld des Großaktionärs ATHOS. Formycon erhält eine marktübliche Vergütung und später einen niedrigen zweistelligen Anteil an den Umsätzen. Welches Originalpräparat nachgebildet wird und wann ein Produkt kommen könnte, bleibt allerdings offen.
Intershop schafft erneut ein positives Quartal
Intershop Communications (ISIN: DE000A254211) hat im dritten Quartal zum dritten Mal in Folge ein leicht positives EBIT erzielt. Nach neun Monaten steht ein operatives Ergebnis von 0,2 Millionen Euro nach einem Verlust im Vorjahr. Der Umsatz sank jedoch auf 23,4 Millionen Euro, weil das Lizenzgeschäft schrumpft. Der Cloud-Auftragseingang wuchs um 29 Prozent. Der Vorstand bestätigte die Prognose eines ausgeglichenen Ergebnisses.
Termine
Um 18 Uhr legt flatexDEGIRO (ISIN: DE000FTG1111) Quartalszahlen vor. Bei MLP (ISIN: DE0006569908) erläutert der Finanzvorstand am Nachmittag die Strategie. Am späten Abend folgt SAP, dessen Zahlen auch für Softwarewerte aus der zweiten Reihe ein Signal sein können.






