Die Finexity AG (ISIN: DE000A40ET88) hat ihre im Sommer beschlossene Kapitalmaßnahme abgeschlossen. Die Hauptversammlung vom 21. August 2026 hatte eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln mit anschließendem Aktiensplit im Verhältnis 1:4 auf den Weg gebracht. Für jede bisherige Aktie bekommen die Aktionäre drei zusätzliche Papiere ins Depot gebucht, sodass sie anschließend vier Aktien halten. Damit steigt die Zahl der Aktien von 1.340.298 auf 5.361.192 Stück. Der rechnerische Kurs je Aktie sinkt entsprechend auf ein Viertel, am Wert der einzelnen Beteiligung ändert sich jedoch nichts. Auch die ISIN bleibt gleich.
Zwei Schritte bei Finexity
Technisch lief die Maßnahme in zwei Stufen ab. Zunächst wandelte Finexity einen Teil der Kapitalrücklage in Grundkapital um. Dieses stieg dadurch um rund 4,0 Millionen Euro auf rund 5,36 Millionen Euro. Neues Geld floss dabei nicht in das Unternehmen, denn es handelt sich um eine reine Umbuchung innerhalb des Eigenkapitals. Nach Darstellung des Unternehmens bildet die Bilanz die gewachsene wirtschaftliche Bedeutung der Gesellschaft damit besser ab.
Im zweiten Schritt wurde das Grundkapital neu eingeteilt. Aus einer Aktie mit einem rechnerischen Anteil von vier Euro wurden vier Aktien zu je einem Euro. Die prozentuale Beteiligung jedes Aktionärs bleibt somit gleich. Die Umstellung übernehmen die Depotbanken automatisch und ohne Kosten, Aktionäre müssen also nicht selbst tätig werden.
Was der Split leisten kann
Finexity verfolgt mit dem Schritt ein klares Ziel. Die Aktie soll leichter handelbar werden und für Privatanleger ebenso wie für institutionelle Investoren attraktiver erscheinen. Vorstandschef Paul Hülsmann ordnet die Maßnahme als weiteren Baustein der Kapitalmarktstrategie ein. Tatsächlich war die Zahl der Aktien mit gut 1,3 Millionen Stück bislang sehr überschaubar, was den Börsenhandel eher erschwert haben dürfte.
Ob die Umsätze an der Börse nun spürbar anziehen, bleibt allerdings abzuwarten. Ein Split schafft für sich genommen keinen Wert. Entscheidend ist vielmehr, ob das Geschäft genug Interesse weckt, damit neue Anleger tatsächlich einsteigen.
Finexity setzt auf tokenisierte Wertpapiere
Hier liegt das eigentliche Thema. Finexity baut Infrastruktur für den digitalen Kapitalmarkt auf und bietet seit 2020 Ausgabe, Registeranbindung und Vertrieb tokenisierter Wertpapiere aus einer Hand. Gemeint sind digitale Wertpapiere, die auf Basis der Distributed-Ledger-Technologie, zu der auch die Blockchain gehört, verwaltet werden. Die Gruppe ist mit sechs Standorten in Deutschland, der Schweiz, Liechtenstein und den Vereinigten Arabischen Emiraten vertreten. Zum Angebot gehören zudem eine Plattform für außerbörsliche Verkaufsangebote sowie die Onlinebroker-Marke VolksInvest.
Die geplante Übernahme von 90,1 Prozent der Effecta GmbH wartet noch auf den Abschluss des aufsichtsrechtlichen Inhaberkontrollverfahrens. Gelingt dieser Schritt, dürfte er das Profil der Gruppe als Infrastrukturanbieter weiter schärfen.
Erstellt mit Unterstützung von KI.








