Der Mittwoch, 28. Oktober, gehörte bei den Nebenwerten einem Neuling: Die frühere Werkstoffsparte von Thyssenkrupp ist seit diesem Tag eigenständig an der Börse. Befesa erhöhte dank einer US-Steuergutschrift sein Ergebnisziel und stand zeitweise an der Spitze des SDAX. SMT Scharf senkte am späten Nachmittag die Jahresprognose deutlich. Erfreulichere Zahlen kamen von IVU und Logwin, dazu meldeten Eckert & Ziegler und OHB Fortschritte.
TK Accelis startet mit Kursgewinnen
Die Aktie von TK Accelis (ISIN: DE000TKCC1S8) wurde erstmals im Prime Standard gehandelt. Zum ersten Kurs lag der Börsenwert bei rund 1,77 Milliarden Euro, im Tagesverlauf legte das Papier deutlich zu. Einen Ausgabepreis gab es nicht, denn die Aktien kamen über eine Abspaltung zu den Anlegern: Für je 20 Aktien von Thyssenkrupp (ISIN: DE0007500001) erhielten sie eine Aktie des Werkstoffhändlers. Der Mutterkonzern behält 51 Prozent, die übrigen 49 Prozent gingen an die Aktionäre.
TK Accelis beschäftigt etwa 15.400 Menschen und setzte zuletzt 11,4 Milliarden Euro im Jahr um. Die Marge ist allerdings schmal. Mittelfristig peilt das Unternehmen eine bereinigte operative Marge vor Abschreibungen (EBITDA) von 4 bis 5 Prozent an, nach 2,0 Prozent im Geschäftsjahr 2024/25. Die Thyssenkrupp-Aktie gab entsprechend kräftig nach, was vor allem den Wert der abgespaltenen Beteiligung widerspiegelt.
Befesa profitiert von US-Förderung
Der Recyclingspezialist Befesa (ISIN: LU1704650164) rechnet für 2026 nun mit einem bereinigten EBITDA von 286 bis 296 Millionen Euro. Bisher lag die Spanne bei 250 bis 270 Millionen Euro. Der größte Teil der Erhöhung stammt aus einer erwarteten Steuergutschrift von rund 26 Millionen Euro, weil die Zinkproduktion in den USA unter das dortige Förderprogramm Inflation Reduction Act fällt. Ohne diesen Effekt hob Befesa nur das untere Ende der Spanne an. Bis 2033 erwartet das Unternehmen jährlich ähnliche Gutschriften, sofern die Regeln bleiben. Die Aktie zog deutlich an.
SMT Scharf senkt die Jahresziele
Weniger gut lief es bei SMT Scharf (ISIN: DE000A3DRAE2). Der Hersteller von Transportsystemen für den Bergbau setzte in den ersten neun Monaten nach vorläufigen Zahlen 51,5 Millionen Euro um, nach 70,9 Millionen Euro im Vorjahr. Das operative Ergebnis (EBIT) fiel auf null. Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand nur noch 75 bis 85 Millionen Euro Umsatz statt 95 bis 115 Millionen Euro sowie ein EBIT zwischen minus 0,5 und minus 1,5 Millionen Euro. Bisher war ein Gewinn von 1 bis 2 Millionen Euro geplant.
Als Gründe nennt das Unternehmen die schwache Investitionsbereitschaft im Kohlebergbau und in der Tunnellogistik. Hinzu kam die überraschende Kündigung eines Tunnelprojekts im Nahen Osten, die Rückstellungen von 0,6 Millionen Euro nötig machte. Eine Besserung im vierten Quartal erwartet SMT Scharf nicht.
IVU bestätigt nach starken neun Monaten
IVU Traffic Technologies (ISIN: DE0007448508) steigerte den Umsatz in den ersten neun Monaten nach vorläufigen Zahlen um knapp 10 Prozent auf 111,5 Millionen Euro. Das EBIT kletterte von 6,5 auf 10,2 Millionen Euro. Der Anbieter von Software für Busse und Bahnen verweist auf mehr wiederkehrende Erlöse und auf Maßnahmen für mehr Effizienz. Die Jahresprognose mit mehr als 160 Millionen Euro Umsatz und einem EBIT von rund 22 Millionen Euro gilt weiter.
Logwin hebt den Ausblick an
Der Logistiker Logwin (ISIN: LU1618151879) erzielte in neun Monaten 1,22 Milliarden Euro Umsatz nach 1,03 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBITA) stieg moderat auf 66,8 Millionen Euro. Wegen höherer Frachtmengen und Frachtraten verlief das dritte Quartal besser als erwartet. Daher rechnet Logwin für 2026 nun mit 1,50 bis 1,75 Milliarden Euro Umsatz und einem EBITA von 78,5 bis 91,0 Millionen Euro.
Eckert & Ziegler erhält GMP-Zulassung
Eckert & Ziegler (ISIN: DE0005659700) darf das Isotop Actinium-225 nun nach den Regeln der Guten Herstellungspraxis (GMP) produzieren. Das erleichtert den Einsatz in klinischen Studien mit zielgerichteten Radiopharmazeutika, also Arzneien, die Strahlung direkt an erkranktes Gewebe bringen. Angaben zu Mengen oder Umsätzen machte das Unternehmen nicht. Die Aktie gehörte zu den Gewinnern im TecDAX.
OHB unterzeichnet Absichtserklärung mit Astroscale
Der Raumfahrtkonzern OHB (ISIN: DE0005936124) unterzeichnete mit dem japanischen Unternehmen Astroscale eine Absichtserklärung. Beide wollen eine Zusammenarbeit bei Weltraumsicherheit und Dienstleistungen im Orbit prüfen. Finanzielle Details oder feste Zusagen gibt es noch nicht. Die OHB-Aktie legte deutlich zu.








